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Rio 2016 Ausschluss russischer Leichtathleten bestätigt

Die russischen Leichtathleten dürfen an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro nicht starten. Der Internationale Sportgerichtshof TAS hat den Ausschluss von 68 Athleten bestätigt.

Legende: Video «TAS-Entscheid: Keine russischen Leichtathleten in Rio» abspielen. Laufzeit 3:33 Minuten.
Aus sportaktuell vom 21.07.2016.

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hatte den russischen Leichtathletik-Verband RUSAF am 13. November 2015 wegen massiver Dopingverfehlungen suspendiert. Der Ausschluss war zuletzt am 17. Juni bestätigt worden. Demnach erhielten nur russische Leichtathleten für die Olympischen Spiele und andere internationale Wettkämpfe eine Startberechtigung, die nachweislich im Ausland lebten und nicht dem russischen Dopingsystem unterstanden.

Einspruch abgewiesen

Ausnahmegenehmigungen wurden nur der in den USA lebenden Weitspringerin Darja Klischina und Kronzeugin Julija Stepanowa erteilt. Alle anderen russischen Leichtathleten, darunter die zweifache Stabhochsprung-Olympiasiegerin Jelena Isinbajewa, blieben gesperrt und klagten dagegen.

Der Einspruch der 68 Athleten gegen das Urteil wurde vom TAS nun abgewiesen. Eine Urteilsbegründung gab es zunächst nicht. Damit steht fest, dass die russischen Leichtathleten in Rio nicht starten dürfen.

Während die IAAF die Entscheidung mit Genugtuung begrüsste, reagierte Russland mit scharfer Kritik. Von den betroffenen Sportlern äusserte sich Isinbajewa deutlich: «Das TAS hat mit seinem Urteil die Leichtathletik im Grunde genommen begraben.»

IOC entscheidet bis Dienstag

Das TAS-Urteil ist richtungsweisend für das Internationale Olympische Komitee (IOC), das bis Dienstag über den kompletten Ausschluss aller russischen Sportler von den Sommerspielen in Brasilien entscheiden will. Trotz des drohenden Banns hatte Russland am Mittwoch 387 Sportler für die Wettkämpfe im August selektioniert – unter ihnen auch die 68 Leichtathleten.

Grundlage für oder gegen einen Ausschluss aller russischen Sportler ist der Bericht des WADA-Ermittlers Richard McLaren, in dem Staatsdoping in Russland angeprangert wird. Ausserdem wurde nachgewiesen, dass bei den Winterspielen 2014 in Sotschi positive Dopingproben von russischen Athleten vertuscht oder verfälscht worden sind.

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 19.07.2016, 22:20 Uhr

11 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Wieder (Thomas W.)
    Ist das vielleicht eine Fortsetzung der Propaganda gegen Putin mit anderen Mitteln? Ihm wurde ja sogar teilweise vorgeworfen, die Schläger bei der EM zu unterstützen. Nun ja: aber wenn die Vorwürfe wirklich berechtigt sind, gehört es auch nicht anders. Frage mich nur: wie viele Spitzensportler sind wirklich noch "sauber"?? Vielleicht gibt es ja noch mehr potentielle Kronzeugen.
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  • Kommentar von Jana Vilim (Jana Vilim)
    Gegner eines Dopingverbots geben zu bedenken, dass die Freigabe von Doping zu einer größeren Chancengleichheit führen könnte als das heutige strikte Verbot. Da das Dopingverbot offensichtlich in der Praxis kaum durchsetzbar sei, führe dies dazu, dass nicht die körperlich fähigsten Sportler, sondern die geschicktesten Umgeher des Verbots am erfolgreichsten seien.
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  • Kommentar von E. Wagner (E. Wagner)
    War da nicht mal was mit Völkerverständigung durch Sport insbesondere Olympia?Ha Ha ist aber lange her, Heut geht es nur noch um Geld und Politik. ;-) Und dabei sind die Sportler nur noch Kollateralschaden und nun bitte keine Unterstützeraufrufe der grossen Pharmakonzerne Bayer, Pfizer, Novartis u.a.da Ihre Leistungsträger NOCH nicht betroffen sind
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