Zum Inhalt springen

Header

Video
Brignone: «Das unfairste Rennen meines Lebens» (engl.)
Aus Sport-Clip vom 16.02.2021.
abspielen
Inhalt

Parallelrennen in der Kritik «Unwürdig» und «unfair»: WM-Premiere sorgt für rote Köpfe

Die beiden Parallelrennen an der Ski-WM in Cortina hinterlassen bei den Beteiligten einen faden Beigeschmack.

Federica Brignone konnte nur noch den Kopf schütteln. «Das unfairste Rennen meines Lebens. Und das an einer WM», brach es beim Interview aus der Italienerin heraus.

Der Grund für Brignones Wut: eine unübersehbare Chancen-Ungleichheit. Der rote Kurs war erkennbar schneller als der zudem stärker nachlassende blaue Kurs. Wer auf dem roten Kurs vorlegen konnte, hatte einen Nachteil, weil der Maximalvorsprung nach dem 1. Run auf 0,5 Sekunden beschränkt ist.

Das Parallel-Rennen an der Ski-WM.
Legende: Sorgt für mächtig Gesprächsstoff Das Parallelrennen an der Ski-WM. imago images

Etwas diplomatischer als Brignone drückte sich Walter Reusser aus. Der Alpin-Direktor von Swiss-Ski freute sich in erster Linie über die zweite WM-Bronzemedaille von Loïc Meillard. «Aber wenn man drei so starke Athleten am Start hat und sieht, wie viel Vorsprung eine Wendy herausfährt, da muss man sich etwas zusammennehmen, dass man nicht emotional wird», gab auch Reusser zu.

Neben Holdener hatte auch Meillard in der Quali mit der besten Zeit überzeugt – was sich danach wie bei der Schwyzerin als Nachteil entpuppte, weil er stets auf dem roten Kurs vorlegen musste.

Nicht die erste Kritik

Bei Meillard war die Freude über das gewonnene Edelmetall natürlich trotzdem da. Schliesslich sei es eine WM-Medaille, merkte der Neuenburger richtigerweise an. «Ich bleibe aber auf meinem Standpunkt, dass es in den Parallelrennen noch sehr viel zu verbessern gibt», so der 24-Jährige.

Brignone betonte in diesem Zusammenhang, dass sie genau wie andere Fahrer und Fahrerinnen bereits mehrfach die Diskussion mit der FIS gesucht hätte. Die Parallel-Events sorgen nämlich nicht zum ersten Mal für Polemik. Laut Brignone sei die Kritik aber jeweils ungehört geblieben.

Video
FIS-Renndirektor Gerdol: «Wir stehen im Dialog mit den Athleten»
Aus Sport-Clip vom 16.02.2021.
abspielen

In der jüngeren Vergangenheit schraubte die FIS immer mal wieder am Regelwerk. Im letzten Winter waren die Parallelrennen erstmals eine eigene Disziplin – allerdings mit nur zwei Wettkämpfen, die in je einem Lauf abgehandelt wurden. Auch das hatte im Kreis der Athleten für rote Köpfe gesorgt.

Meillard, der in der vergangenen Saison die kleine Kristallkugel in der Parallel-Disziplinenwertung gewonnen hatte, dürfte mit seiner Prognose richtig liegen: In Sachen Parallelrennen gibt es noch viel zu tun.

Video
Frauen-Cheftrainer Tschuor: «Schwierig, über Sinn und Unsinn zu diskutieren»
Aus Sport-Clip vom 16.02.2021.
abspielen

SRF zwei, sportlive, 16.02.2021, 13:50 Uhr;

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

65 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Peter Meier  (Ein Rechter, der nicht blind ist auf dem Linken)
    Jetzt sieht man, wieviel Wert so ein Team-Event bei den Top-Fahrern hat. Anscheinend weigern sich ja die Top-Fahrer mitzufahren. Ich glaube nur DE und AT waren mit Ihren Top-Leuten am Start. Ausser Holdener kein TOP Riesen-Fahrer der Schweiz dabei. Weder Shiffrin, Bassino, Brignone, Kristoffersen, Pintaurault. Schade um diesen tollen Event, denn einfacher könnte man keine Medaille holen.
  • Kommentar von Dominic Buchli  (Domi. B.)
    @SRF Während der Live Sendung hiess es immer, dass der/die bessere LäuferIn aus der Quali auf dem roten Kurs starten darf/muss. Wie kommt es, dass es da im Viertel- und Halbfinal jeweils zwei Ausnahmen gab: Liensberger und Gstrein. Per ZUFALL?! beides Österreicher. Waren de Ösis einfach schlauer oder wurde da betrogen oder ist die Regel anders. Gstrein konnte nur aufgrund eines Fahrfehlers auf dem roten Kurs nicht profitiere aber Liensberger ist als einzige Top-Quali-Fahrerin nicht früh raus.
    1. Antwort von Dominic Buchli  (Domi. B.)
      Habe die Antwort von SRF dazu in einem anderen Chat gefunden. Ab Viertelfinal musste der/die GewinnerIn eines ungeraden Laufes auf Rot beginnen. Also Siegerin Achtelfinal 7 gegen Siegerin Achtelfinal 8 oder Sieger Viertelfinal 3 gegen Sieger Viertelfinal 4 auf rot etc. Blöde Regel: Die Quali Schnellsten sollten den Kurs auswählen dürfen. Und die Deckelung auf 0.50s war von Anfang an viel zu tief und eigentlich sowieso völlig unnötig.
  • Kommentar von Max Blatter  (maxblatter)
    "Fader Beigeschmack"? Das war ein krass unfaires Rennen, das annulliert werden MUSS! Dass in Cortina niemand diese Forderung stellt, zeigt, dass wir eine Gesellschaft von unterwürfigen Kopfnickerinnen und Kopfnickern geworden sind!

    Dabei gäbe es eine sehr einfache Sofort-Maßnahme: Die Deckelung des Rückstandes bei 0.50 Sekunden aufheben! Dann können sich auch krasse Unterschiede der beiden Kurse im Re-Run WIRKLICH ausgleichen.
    1. Antwort von Armin Meile  (MrMele)
      Da kann ich leider nur zustimmen. Die Mehrheit ist zu "unterwürfigen Kopfnickerinnen und Kopfnickern" geworden. Selbstbewusstsein, freies Denken und Urteilen sowie Eigenverantwortung sind Fremdwörter geworden. Hier geht es "nur" um einen unfairen Wettkampf, wo der mit Abstand beste Athlet (siehe offizielle Laufzeiten!) um den Sieg betrogen wurde. Im realen Leben geht es darum, dass wir jegliche Menschenwürde aufgeben und uns zum Preis einer (Schein-)Sicherheit komplett versklaven lassen.