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Schweizer WM-Bilanz: 3 Medaillen, Wettkampfpech und Unvermögen
Aus Sport-Clip vom 22.02.2021.
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WM-Bilanz der Männer Was die WM in Cortina auch ist: ein Lernangebot

Der Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ist wie das Salzstreuen auf der Piste. Man kann noch so viel wissen und wollen, eine Garantie fürs Gelingen gibt es nicht.

Der eine war gut, der andere nicht. Solche Einschätzungen gehören zu einer WM-Bilanz. Allerdings sollte es dabei um Athleten gehen, nicht um gesteckte Läufe. Ungünstig ist also, wenn bilanziert werden muss: Rot war gut, blau nicht.

Beim Parallelrennen an diesen Weltmeisterschaften ging etwas gehörig schief. Und vermutlich war’s nur eine kleine Panne, die dazu geführt hat, dass die Athleten auf dem blauen Lauf chancenlos waren. Aber letztlich sind es oft Kleinigkeiten, die darüber entscheiden, ob an einer WM etwas ganz gut oder gar nicht gut herauskommt. Unter den Skiern und auf den Skiern.

Fehler - beim Salzen und beim Fahren

Aus der Ferne haben wir vernommen, dass vermutlich etwas zu viel Salz auf den blauen Lauf des Parallelrennens gestreut wurde. Die dort extrem eisige Unterlage vom Kombislalom her sollte mit diesem Salz ein wenig aufgeweicht werden. Der Versuch missriet. Das Rennen geht als Farce in die Geschichte ein, auch weil das Reglement einen Passus enthält, der diesem Szenario nicht gerecht wird.

Dass ein zu gross gewordener Rückstand aus dem ersten Lauf reglementarisch auf 0,5 Sekunden gestutzt wird, dient der Spannung. Eigentlich. Wurde auf dem aufgeweichten blauen Kurs allerdings zum ultimativen Spannungskiller und führte geradewegs in die Wettkampfverfälschung. Loic Meillard – der an diesem Tag eindeutig Schnellste am Berg – machte nichts falsch und war am Ende der Geprellte. Es gab nicht das verdiente Gold, es blieb immerhin Bronze.

In der Kombination am Tag davor gab es auch Bronze statt Gold. Dort war es ein Fahrfehler von Loïc Meillard selber, der ihn aus dem Kampf um den Weltmeistertitel riss. Das kann's geben. Meillard wird klüger und noch besser aus dieser Situation heraus gehen.

Auch die FIS muss daraus lernen

Und auch die FIS wird lernen müssen. In der Mitte der WM gab es zu viele Rennen, über deren Modalitäten zu viel diskutiert werden musste. Das ist schlecht für den Sport. Deshalb muss das Reglement der Parallelrennen in einzelnen Punkten überdacht werden. Und es braucht nach Jahren des Pröbelns in Kombination und Parallelrennen ein klares Bekenntnis zu einer Strategie, wohin das alles führen soll.

Die WM von Cortina d’Ampezzo ist ein wunderbares Angebot. Man kann Wissen aus ihr schöpfen. Dass die Schweizer Athleten rund um Meillard von diesem Angebot profitieren werden, davon bin ich überzeugt. Dass die FIS es auch tut, hoffe ich. Denn die Trennlinie zwischen Erfolg und Misserfolg führt durch die kleinen und grossen Fehler. Und beim nächsten Mal liegt dann der Unterschied darin, ob man daraus gelernt hat.

SRF zwei, sportpanorama, 21.2.2021, 19:00 Uhr

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8 Kommentare

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  • Kommentar von markus kohler  (nonickname)
    Das Männerteam war bis auf Feuz und noch bedingt Meillard ein Totalausfall. So geht es wirklich nicht. Sie waren überhaupt nicht fokussiert, sondern haben völlig konzeptlos versucht möglichst aggressiv zu fahren und jeder 2. schied dann auch aus. Dieses Debakel muss weitgehend dem Trainerstab angelastet werden, aber die werden bestimmt nichts ändern, da bei Swiss Ski keine brauchbare Fehlerkultur vorhanden ist. Und so kann man sich auf eine erneute Dauerdominanz der Österreicher freuen.
    1. Antwort von Fäbsi Amon  (F.Am2003)
      Jetzt malen sie nicht gleich den Teufel an die Wand
  • Kommentar von Urs Scholer  (Nounours)
    Seien wir doch ehrlich; die Schweizer Männer haben in Cortina enttäuscht!
    Ganz anders als die Frauen, die resolut auf Sieg gefahren sind, waren die Herren mental nicht richtig eingestellt. Natürlich sind sie alle Topathleten aber der Killerinstinkt fehlte. Dafür halten sie die Trinkflaschen umso besser im TV-Fokus. Nounours
    1. Antwort von Reto Frischknecht  (refrisch)
      Das ist nicht ehrlich, sondern respektlos was sie da absondern.
    2. Antwort von Fäbsi Amon  (F.Am2003)
      Ja da haben sie recht viele lassen sich von den Leistungen der Frauen beinflussen aber es war eine Enttäuschung und auch der Fakt das wir jetzt seit 4 Jahren keinen WM Titel bei den Männern feiern konnten ist enttäuschen...Zum Vergleich in den weniger rosigen Jahren von 2015-17 gab es 3 WM Titel und 2 mal Bronze. Jetzt würden wir in jeder Disziplin zu den Besten gehören. WÜRDEN, den 2019 und 2021 gabe es lediglich 3 mal Bronze pfff und das soll zufriedenstellend sein?
  • Kommentar von Töbu Merz  (Saibot Zrem)
    Die einzige Kritik die angebracht ist folgende:
    Der Fis Award der Woch:
    Nicht fähig in Cortina!
    Was für ein Debakel für die Fis..
    Alles gesagt