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Nach dem FIS-Machtwechsel Barandun: «Die politischen Diskussionen sind Vergangenheit»

Bei Swiss-Ski-Präsident Peter Barandun ist die Erleichterung nach der Wahl von Alexander Ospelt zum neuen FIS-Präsidenten gross.

Die Präsidentenwahl bei der FIS entwickelte sich am Donnerstag zu einem regelrechten Krimi. Nur gerade eine Stimme gab in Belgrad zugunsten von Herausforderer Alexander Ospelt den Ausschlag. Der bisherige Präsident Johan Eliasch muss seinen Posten räumen.

Swiss-Ski hatte im Vorfeld zu den lautesten Kritikern von Eliasch gehört. Entsprechend gross war die Erleichterung nach dem Machtwechsel. «Wir sind wahnsinnig glücklich. In Zukunft können wir wieder über den Sport reden und den Sport weiterentwickeln. Die politischen Diskussionen sind Vergangenheit», so die erste Reaktion von Swiss-Ski-Präsident Peter Barandun. Die Freude sei länderübergreifend gross und die Befriedigung sehr gross gewesen.

Knapper als erwartet

Dass die Wahl derart knapp werden sollte, hatte Barandun nicht erwartet. «Wir haben mit deutlich mehr Stimmen gerechnet, das ist schon eine kleine Enttäuschung.» Eliasch habe es aber verstanden, die kleinen Verbände abzuholen. Das habe ihm den Rücken gestärkt.

Die Vorwürfe Eliaschs, das Internationale Olympische Komitee (IOC) hätte sich in die Wahl eingemischt, wollte Barandun nicht gross kommentieren. Dass er auf das IOC nicht gut zu sprechen war, sei indes kein Geheimnis. «Das hat er sich aber selbst zuzuschreiben.»

Personen in Anzügen bei einem Händedruck auf einer Bühne mit blauem Hintergrund.
Legende: Der alte und der neue Präsident Johan Eliasch gratuliert seinem Nachfolger Alexander Ospelt. EPA/ANDREJ CUKIC

Barandun stellt nicht in Abrede, dass der scheidende Präsident viel für die FIS gearbeitet habe, was er ihm auch hoch anrechne. «Er hat es aber nicht geschafft, die wichtigsten Stakeholder ins Boot zu holen.»

Genügend Arbeit

Das «Allein-Herrschertum» sollte unter dem neuen Präsidenten Alexander Ospelt Geschichte sein. Vom Liechtensteiner hält Barandun viel, vor allem eine Eigenschaft zeichnet ihn gegenüber seinem Vorgänger aus: «Er kann das Umfeld für sich gewinnen. Mit dieser Ausgangslage ist schon viel gegeben.»

Genügend Arbeit hat Ospelt auch vor sich. Neben der prekären finanziellen Situation, in die sich die FIS unter Eliasch manövriert haben soll, habe auch das Image des Verbands enorm gelitten. Auf die Unterstützung von Swiss-Ski soll Ospelt zählen können. «Wir sind alle bereit, sehr viel Energie reinzubringen», verspricht Barandun.

Weitere Reaktionen von Verbänden:

  • Christian Scherer (Generalsekretär Ski Austria): «Ein Wechsel an der Spitze des Internationalen Ski- und Snowboard-Verbandes war aus unserer Sicht nötig, deshalb ist der heutige Tag ein Sieg für den Sport. Johan Eliasch, der sehr viele Veränderungen angestossen hat und dem ich an dieser Stelle für seinen Einsatz danke, ist es in den vergangenen Jahren leider nicht gelungen, die nationalen Verbände für seine Ideen und Visionen zu gewinnen. Dieser Vertrauensverlust war heute spürbar – es war Zeit für einen Kurswechsel.»
  • Marco Büchel (Interims-Präsident LSV): «Für unser kleines Land ist die Wahl riesig. Einen so hohen Sportfunktionär hatten wir noch nie. Alexander Ospelt will Vertrauen schaffen, er sucht das Gespräch. Das ist enorm wichtig in seiner neuen Aufgabe. Vielleicht habe ich ja zum knappen Sieg beigetragen. Am Vorabend bin ich mit einem Vertreter von Südafrikas Verband zusammengesessen und habe eine Stunde lang mit ihm diskutiert. Er war unschlüssig, wen er wählen soll. So habe ich ihm natürlich zu Ospelt geraten. Nach der Wahl hat er mir versichert, meinen Rat befolgt zu haben. Ob es wirklich so war, weiss ich allerdings nicht.»

Radio SRF 1, Nachrichten, 11.06.2026, 12:00 Uhr ; 

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