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Schneemangel in den Alpen
Aus sportaktuell vom 16.12.2014.
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Ski alpin allgemein Schneemangel fordert Wintersportorten alles ab

Diverse Wintersportorte haben im Dezember Mühe bei der Durchführung von Weltcup-Anlässen bekundet – oder mussten kapitulieren. Woher nehmen die Veranstalter dennoch die Motivation? Und werden Rennen im Dezember zunehmend unrealistisch? Experten geben Antworten.

Bereits vier Wintersportorte konnten im Dezember ihre Veranstaltungen wegen Schneemangels nicht durchführen. Die Verbände mussten für die Anlässe in Val d’Isère, Courchevel, La Clusaz und Val Thorens Alternativen finden – und fanden sie. Are und Davos sprangen in die Bresche.

Enormer Aufwand...

Doch der Aufwand ist enorm. Michael Bont, OK-Mitglied von «Weltcup Lenzerheide» weiss, mit welchen Kosten die Durchführung verbunden ist. «Es wird alles vom Veranstalter bezahlt», so Bont. Dazu gehören Unterkünfte, Preisgeld (100‘000 Franken pro Disziplin), Reisekosten – eine ganz schöne Summe.

...versus beste Werbung

Wieso ist die Motivation dennoch vorhanden, dieses finanzielle Risiko auf sich zu nehmen? Für Bont ist die Antwort einfach: «Wenn es rundherum keinen Schnee hat und ich als Skigebiet zeigen kann: ‚Ich habe eine Piste‘ - dann ist das beste Werbung», so Bont.

Ähnlich sieht dies Adriano Iseppi, OK-Präsident von «Davos Nordic». In Graubünden musste bis zuletzt geschuftet werden, damit den Langläufern am vergangenen Wochenende eine gute Loipe geboten werden konnte – dazu gehörte auch, dass Schnee vom Flüelapass ins Dorf transportiert wurde.

Hohes finanzielles Risiko...

Denn für die Veranstalter wäre eine Absage nicht in Frage gekommen, zu gross wäre der finanzielle Schaden gewesen. Trotz Ausfallversicherung hätte ein Betrag in sechsstelliger Höhe gedeckt werden müssen. «Das wäre nicht möglich gewesen», gesteht Iseppi.

...versus ideeller Mehrwert

Doch nun vergrösserte Davos die Bürde gar noch, indem es die Rennen von La Clusaz übernahm. Auch wenn es ein Risiko sei, wie Iseppi einräumt. Man habe zwar keinen finanziellen Mehrwert, aber einen ideellen. Und er benutzt dasselbe Argument wie Bont: «Wir können der Welt zeigen: ‚Davos ist bereit, wenn Not am Mann ist‘.»

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Interview mit Gaudenz Flury
Aus sportaktuell vom 16.12.2014.
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Auch wenn die erwähnten Ski- und Langlauf-Rennen nun alle an anderen Orten durchgeführt werden konnten, bleibt die Frage, ob der Weltcup zu früh beginnt. Dem stimmt SRF-Meteorologe Gaudenz Flury nicht unbedingt zu. Es werde auch in Zukunft möglich sein, Rennen im Dezember durchzuführen.

«Denn grundsätzlich braucht es nicht viel», sagt Flury - lediglich einige kalte Nächte, damit Kunstschnee produziert werden kann oder eine richtige Ladung Schnee. Und eine grosse Portion Motivation und Einsatz, wie die Beispiele von Are und Davos zeigen.

Absagen wegen Schneemangels

DisziplinOrtDatumAlternative
LanglaufLa Clusaz20./21.12.Davos (gleiches Wochenende)
Ski MännerVal d'Isère13./14.12.Are (gleiches Wochenende)
Ski FrauenCourchevel13./14.12.Are (gleiches Wochenende)
SkicrossVal Thorens6./7.12.Wird nachgeholt im Januar

Sendebezug: SRF zwei, sportaktuell, 17.12.14, 22:20 Uhr

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Aloisius Hundsleber , Oberburg
    Die heikelsten Stationen sollten von den Verantwortlichen in den Januar oder Anfang Februar geschoben werden. An den schneesicheren Orten sollen die Wettkämpfe in Europa im Dezember durchgeführt werden. Grundsätzlich finde ich zudem, dass die Ski-Wettkampfsaison extrem kurz ist. Sie sollte länger werden und es sollten eventuell weitere Orte in Betracht gezogen werden, wie z.B. Südamerika, wo ja ohnehin alle Skiteams ihre Vorbereitung machen oder mehr Rennen auf Gletschern.
  • Kommentar von reto , da
    Wer geld hat...
  • Kommentar von W.Ineichen , Luzern
    Dafür findet die Fussball WM 2022 in Katar bei 50° im Schatten statt.