Der perfekte Tag von Küng und Feuz

Patrick Küng hat seinen Triumph bei der WM-Abfahrt von Vail/Beaver Creek kaum fassen können. Für den Glarner schloss sich auf der «Birds of Prey» ebenso ein Kreis wie für Bronze-Gewinner Beat Feuz.

Patrick Küng hat sein Glück nach seiner Fahrt in Beaver Creek kaum fassen können. Auch dann noch nicht, als er nach überstandenem Angriff von Mitfavorit Andrew Weibrecht, der die Startnummer 35 trug, erneut zum Interview vor die Kameras trat. «Wenn das so bleibt, ist es fantastisch», sagte der 31-jährige Glarner. «Es ist unfassbar.»

Küng: «Habe immer an mich geglaubt»

«Viele haben nicht an mich geglaubt», sagte Küng im Zielraum. «Aber ich habe immer an mich geglaubt.» In der WM-Abfahrt habe einfach alles zusammengepasst. «Bei den Männern ist es so schwierig, es fahren so viele gut Ski. Man muss riskieren.» Im letzten Jahr habe er auf der «Birds of Prey» aber zu viel riskiert – Küng schied sowohl in der Abfahrt als auch im Super-G aus.

Ein Kreis schliesst sich

Doch im zweiten WM-Rennen schloss sich für Küng ein Kreis. Im Dezember 2013 hatte er auf der WM-Piste im Super-G seine Siegpremiere im Weltcup gefeiert. Nach dem für ihn enttäuschenden 16. Rang im Super-G habe er sich am Morgen der Abfahrt gesagt: «Wieso soll es heute nicht mein Tag sein?» Und tatsächlich fuhr er zum grössten Triumph seiner Karriere. «Ich bin überglücklich, dass ich hier stehen kann.»

Interview mit Beat Feuz

0:55 min, vom 7.2.2015

Feuz’ unglaubliche Geschichte

Überwältigt von seinen Gefühlen war auch Beat Feuz, der als Dritter das Schweizer Traumergebnis ermöglichte. «Es ist der perfekte Tag für mich», freute sich der 28-Jährige. In Wengen sei es bereits super gewesen, zusammen mit einem weiteren Schweizer auf dem Podest zu stehen. «Und jetzt haben wir noch den Weltmeister», strahlte der Emmentaler.

Der 4. Podestplatz in Beaver Creek

Für Feuz war die erste Medaille an einem Grossanlass die Krönung nach langer Leidensgeschichte. 20 Monate war er durch eine Knieverletzung ausser Gefecht gesetzt, er bangte um die Fortsetzung seiner Karriere. Doch ausgerechnet auf der «Birds of Prey» kehrte er in der Abfahrt im Dezember 2014 auf das Podest zurück, nachdem er dort schon vor seiner Verletzungspause 2011 zwei Mal auf dem «Treppchen» gestanden hatte. Somit schloss sich in der WM-Abfahrt in doppeltem Sinn ein Kreis.

Sendebezug: sportlive, SRF zwei, 7.2.15, 18:30 Uhr