Hirscher ganz gross

Nach dem Saisonende bleiben im Männerweltcup vor allem die Namen der Kristallkugel-Gewinner in Erinnerung. Aber auch aus Schweizer Sicht lassen sich der zu Ende gegangenen Saison durchaus positive Aspekte abgewinnen.

Marcel Hirscher. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gesamtweltcup zum Dritten Marcel Hirscher strahlt mit der grossen Kristallkugel um die Wette. Keystone

Die Saison ist vorbei, die Kristallkugeln sind verteilt und haben würdige Empfänger gefunden. Das sind die prägenden Figuren im Männerweltcup:

Hirscher: Das Mass aller Dinge

Marcel Hirscher hat zum dritten Mal hintereinander den Gesamtweltcup gewonnen und findet damit Aufnahme in der Galerie der ganz Grossen: Vor ihm haben das nur Gustavo Thöni, Ingemar Stenmark und Phil Mare geschafft, bezeichnenderweise ebenfalls Slalom- und Riesenslalom-Spezialisten wie der Akrobat aus Österreich. Die kleinere Kristallversion für den Gewinn des Slalomweltcups eskortiert die grosse auf dem Weg in den bereits gut gefüllten Trophäenschrank.

Ligety: Der Kandidat für die grosse Kugel

Ted Ligety ist und bleibt «Mr. Riesenslalom». Dass man seine Disziplin in den USA «Giantslalom» nennt, passt perfekt zu seinen Darbietungen. Mit seiner augenfälligen Entwicklung in den schnellen Disziplinen hat er die Kandidatur für den Triumph im Gesamtweltcup angemeldet: Im nächsten Winter ist das Rennen um die grosse Kugel offen wie selten in den letzten Jahren.

Svindal: Der unbestrittene Speed-König

Aksel Svindal ist der Dritte im Bunde. Leider wird der Norweger im Frühling immer wieder von Allergien geplagt, weshalb seine Energiereserven für den letzten Akt im Duell gegen Hirscher nicht mehr ausreichten. Den Sieg in der Abfahrt- und Super-G-Wertung hatte er glücklicherweise schon vor den Finalrennen ins Trockene gebracht. Svindal ist und bleibt ein Champion - wohlbemerkt mit starker Konkurrenz im eigenen Land.

Viel Potenzial und viel zu tun im Schweizer Team

Unter der Leitung des neuen Cheftrainers Walter Hlebayna hat das Schweizer Männerteam die schwere Baisse der letzten Saison ansatzweise überwunden: Sandro Viletta überstrahlt mit seinem Olympiasieg alles, Patrick Küng und Didier Défago haben Rennen gewonnen, Carlo Janka liess sein Können hin und wieder aufblitzen und die junge Slalomgarde offenbarte ihr Potenzial.

Im Riesenslalom, dieser spektakulären alpinen Basisdisziplin, ist der Rückstand auf die Künstler der Szene aber immer noch beträchtlich. Da gibt es viel zu tun, bis dereinst wieder ein Schweizer um die Podestplätze am Chuenisbärgli mitfahren wird. Und das wäre doch ein Ziel!