Hirscher siegt vor Ligety – und das im Super-G

Marcel Hirscher hat überraschend den Super-G von Beaver Creek gewonnen. Der österreichische Techniker profitierte im Schneegestöber auch von seiner tiefen Startnummer. Carlo Janka fuhr auf Rang 8, Thomas Tumler belegte den starken 12. Rang.

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Rennbericht Super-G

2:54 min, aus sportaktuell vom 5.12.2015

Das Podest

  • Marcel Hirscher
  • Ted Ligety (+ 0,33)
  • Andrew Weibrecht (+ 0,36)

Marcel Hirscher und Ted Ligety an der Spitze des Klassements. Das wäre im Riesenslalom alles andere denn aussergewöhnlich. Im Super-G hingegen ist es ein Novum.

Mit einer fehlerfreien Fahrt und auch etwas Wetterglück heimste Hirscher in Beaver Creek den ersten Super-G-Sieg der Karriere ein.

Schwierige Liniensuche im Schneetreiben

Neuschnee und Nebel machten Organisatoren wie Fahrern zu schaffen. Auf verkürzter Strecke wusste Hirscher den Vorteil seiner tiefen Startnummer (4) zu nutzen. Andrew Weibrecht, der am Ende Platz 3 belegen sollte, kam immerhin bis auf 0,36 Sekunden an Hirscher heran.

Hirschers Siegesfahrt

1:32 min, vom 5.12.2015

Die grossen Favoriten taten sich mit den zunehmend schwierigen Sichtbedingungen enorm schwer. Seriensieger Aksel Svindal, der trotz Magenverstimmung in der Nacht zuvor zum Super-G angetreten war, kam nicht über Platz 21 hinaus. Teamkollege Kjetil Jansrud, am Freitag noch Zweiter hinter Svindal, verlor gar über 3 Sekunden.

So passte es zur Geschichte dieses verrückten Rennens, dass Ligety mit der Startnummer 29 auf Platz 2 vorstiess.

Die Schweizer

  • 8. Carlo Janka (+ 0,65)
  • 12. Thomas Tumler (+ 0,82)
  • 23. Fernando Schmed (+ 1,23)
  • 29. Sandro Viletta (+ 1,44)
  • 32. Patrick Küng (+ 1,54)
  • 33. Amaury Genoud (+ 1,58)

Für die positive Überraschung aus Schweizer Sicht sorgte Thomas Tumler. Mit Nummer 45 gestartet belegte er den 12. Rang und war damit zweitbester Schweizer. Carlo Janka verlor 0,65 Sekunden auf Hirscher und klassierte sich auf Platz 8. Ebenfalls zu überzeugen wusste Fernando Schmed mit Rang 23.

Die Stimmen zum Rennen

Marcel Hirscher: «Es ist unglaublich, ich hätte mit dieser Startnummer nicht mit einem Podestplatz gerechnet.»

Ted Ligety: «Nach der Startnummer 26 verbesserten sich die Sichtverhältnisse. Beaver Creek ist meine Lieblingsstrecke: Sie ist technisch, enthält schnelle Passagen und Gleitstücke. Um hier zu bestehen, musst du ein kompletter Skifahrer sein.»

Andrew Weibrecht: «Endlich habe ich es im Weltcup auf das Podest geschafft. Die Bedingungen waren schwierig, aber wir praktizieren nunmal einen Sport, der draussen stattfindet. Ich habe mich nie darüber beklagt und werde mich jetzt auch nicht dafür rechtfertigen, dass ich profitiert habe.»

Das weitere Programm

Am Sonntag steht in Beaver Creek ein Riesenslalom auf dem Programm. Hirscher und Ligety haben sich mehr als warm gefahren.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 6.12.2015, 19:00 Uhr.