Die Sommerzeit ist für die Wintersportler immer eine strenge Phase. Rennen werden zwar keine gefahren, doch im Training wird die Basis für die kommende Saison gelegt. Kondition, Athletik, Kraft – alles steht auf dem Programm.
Auch Gesamtweltcupsieger Marco Odermatt ist vor der strengen Vorbereitung nicht gefeit. Mit seinen nun 28 Jahren hat er schon viel Erfahrung, was das Sommertraining betrifft. Er weiss, was ihm hilft, aber auch, was ihm nicht hilft. «Ende April, Anfang Mai geht es schon wieder los. Wir geben jedes Jahr Vollgas für eine gute Saison», sagt Odermatt.
Verteiltes Training
Eine wichtige Rolle in der Vorbereitung spielt auch Athletiktrainer Alejo Hervas. Der Spanier, der vor den Männern rund fünf Jahre lang Lara Gut-Behrami erfolgreich betreute, gehört zum Schweizer Team und unterstützt die Männer in den konditionellen und athletischen Belangen. Das Training findet zu Teilen in Spanien, der Schweiz oder aber auch online statt.
«Immer am Sonntagabend kommt der neue Plan für die Woche», erklärt Odermatt. «Zudem gibt es auch jede Woche eine Trainingssession, die online stattfindet.» Der Nidwaldner bekomme jeweils das gleiche Programm wie Lenz Hächler, weshalb die beiden die Trainings gemeinsam absolvieren.
Freitags nicht in die Schule
Den Beginn der Vorbereitung absolvierte das Schweizer Team in Hervas' Heimat, im Süden Spaniens. Dort hatte der 50-Jährige schon als Kind die ersten Schritte in Richtung Skisport gemacht. Weil sein Vater ein grosser Ski-Fanatiker war, fuhr die Familie jedes Wochenende in Richtung Sierra Nevada, um da Skifahren zu können.
«Ich ging am Freitag nie in die Schule, weil wir da schon unterwegs waren», erzählt der Konditionstrainer. «Deshalb war mein Sport schon immer das Skifahren – obwohl ich aus dem Süden Spaniens komme.»
Guter Zusammenhalt
Die Zusammenarbeit mit den Schweizer Skifahrern funktioniere ziemlich einfach: «Es ist eine gute Gruppe. Sie sind Freunde und sie wissen alle, was sie wollen.» Er müsse nur kleine Inputs liefern, erhalte von den Athleten dafür aber auch direktes Feedback. So könne das Level jedes Einzelnen gesteigert werden.
Mit seiner Art bringe Hervas auch eine gewisse Lockerheit in die Trainings, verrät Odermatt. Gleichzeitig könne er aber auch knallhart sein, wenn es darauf ankomme. Das scheint das Erfolgsrezept zu sein, um beide Parteien besser zu machen. Denn Hervas gibt zu: «Oft lerne ich mehr von ihnen, als sie von mir.»