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Weltcup Männer Russi: «Das Feuer ist noch nicht erloschen»

SRF-Experte Bernhard Russi hatte vor Adelboden das Schlimmste für das Männer-Team befürchtet. Doch die Youngsters retteten die Ehre für Swiss Ski. Russi zieht im Interview eine Zwischenbilanz und stellt fest, dass die Schweizer nicht alles falsch gemacht haben.

Bernhard Russi.
Legende: Bernhard Russi. SRF

Bernhard Russi, man musste vor den Rennen in Adelboden Angst um das Schweizer Männerteam haben. Nun stehen ein 11. Rang von Gino Caviezel (Riesenslalom) und ein 22. Platz von Ramon Zenhäusern auf der Habenseite. Ist das Worst-Case-Szenario ausgeblieben?

Russi: Man musste in der Tat das Schlimmste befürchten. Doch Adelboden hat bewiesen, dass das Feuer noch nicht erloschen ist. Das Publikum hat gezeigt, dass die Begeisterung nach wie vor sehr gross ist. Dies auch dank der jungen Garde im Schweizer Team, die da und dort ein Feuerchen entfacht hat, das ein Startschuss für andere sein kann. Andererseits hat sich aber die Grundproblematik, mit der Swiss Ski seit längerem zu kämpfen hat, bestätigt.

Können Sie die Hauptpunkte des Problems kurz erläutern?

Es fehlt ein Teamleader. Man muss sich sicher auch Gedanken über die Zusammenstellung der Trainingsgruppen machen. Auch im personellen Bereich sind neue Überlegungen nötig.

Trotz allen Baustellen: Was kann Swiss Ski Positives aus Adelboden mitnehmen?

Die Jungen sind die positive Überraschung. Man muss da unterscheiden zwischen Riesenslalom und Slalom. Beim Slalom, der bis jetzt unsere schwächste Disziplin war, kann man zuversichtlich feststellen, dass in dieser Gruppe sehr gut gearbeitet wird. Technisch sind diese Leute alle auf dem Level der internationalen Konkurrenz.

Ein Wort zu den «Problemkindern» Carlo Janka (Ausfall) und Didier Défago (Platz 38): Beide mussten in Adelboden einen weiteren Nackenschlag hinnehmen. Trauen Sie ihnen in Wengen einen Exploit zu?

Ja, denn der Riesenslalom ist etwas ganz anderes als die Abfahrt. Es sind andere technische Finessen und andere Materialien gefordert. In der Abfahrt kann man dank guten Verhältnissen und einer idealen Startnummer plötzlich eine Überraschung schaffen. Und so eine braucht das Schweizer Team, um wieder auf den richtigen Weg zu kommen.

Was trauen Sie den Schweizern denn konkret zu?

Ich traue Défago einen Exploit zu, der ihn ganz nach vorne bringt. Ich traue Janka ein Top-15-Resultat zu. Dasselbe gilt für Patrick Küng. Generell glaube ich, dass das ganze Team zu einer Leistungssteigerung fähig ist, weil das in der Abfahrt eher möglich ist als im Riesenslalom.

9 Kommentare

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  • Kommentar von Annemarie Reusser, Sigriswil
    Nur nicht gleich den Kopf hängen lassen, wenn's mal nicht so läuft, wie wir's gern hätten. Ich glaube jeder von uns hatte schon mal ein Tief im Job. Also lasst unsere Rennfahrer einfach ihre Arbeit tun, ohne sie mit besserwissenden Stammtisch- Kommentaren und möchtegern Skiexperten- Sprüchen zu nerven. Mein Tipp an alle Kritiker: Ski's anziehen und mal ein Stück Rennpiste fahren...aber voll Gas!! Erst dann, sehen wir, dass die Helden von heute, unsere Skicracks sind!!!
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Schon vergessen? Die wirklich grösste Krise war zwischen 1960, als Yvonne Rüegg und Roger Staub Olympia-Gold gewannen, und 1968, als J.-D. Daetwyler in Grenoble Bronze holte. In den acht Jahren dazwischen gab es bei den Alpinen KEINE Medaille mehr. Auch die Österreicher hatten ihre Krisen und Streitereien, aber ihre Breite ist viel dichter als bei uns. Zudem sind sie mit viel mehr Eifer dabei, weil sie im Gegensatz zu uns nur im Winter Weltklasseathleten haben, aber keine im Sommer.
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  • Kommentar von sepp meier, amden
    wir haben sehr gute skifahrer-leider haben wir eine verbandsspitze die seit jahren versagt..die fahrer sind verunsichert,haben keinen rückhalt etc so hörte man das ganze jahr-es wird ein sehr schwieriges jahr werden etc jetzt haben wir es,unglaublich,sowas hört nur bei uns.es nervt;oder haben spass und freude über erfolg,werden sie zusammengestaucht wie buben..oder die neueste aussage;träume sind nicht realistisch-soorryy-die fahrer glauben zurzeit nicht an sich,wie sollen sie auch.....
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