4 Fragen zu Wawrinkas (ehemaligem?) Angstgegner

Er will Stan Wawrinkas Lauf in Toronto stoppen: Kevin Anderson. Das südafrikanische Aufschlag-Monster hat ein bewegtes Jahr hinter sich – Verletzungen und Todesdrohungen inklusive.

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Bildlegende: Den Ball im Blick Kevin Anderson will in Toronto Wawrinka fordern. Getty Images

Im Viertelfinal des «Rogers Cup» wartet ein grosser Gegner auf Stan Wawrinka – im wahrsten Sinne des Wortes. 2,03-Meter-Mann Kevin Anderson gewann viermal am Stück gegen den Romand, ehe er ihm zuletzt an den US Open 2015 unterlag. Vor dem Aufeinandertreffen der beiden beantworten wir vier Fragen zu Anderson:

Wieso ist seine Stärke auch gleichzeitig seine Schwäche?

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Bildlegende: Abgehoben Kevin Anderson hämmert seinen Service übers Netz. Getty Images

Der im Tennis-Zirkus gängige Begriff «Aufschlag-Riese» stammt nicht von ungefähr: Die grossen Spieler auf der Tour sind meist auch starke Aufschläger. Anderson ist dabei keine Ausnahme, auch er weiss seine Zentimeter in Stundenkilometer umzumünzen.

Die Problematik dabei: Vieles – wenn nicht gar alles – hängt bei Anderson von seinem Aufschlag ab. Abgesehen von seinem soliden Grundlinienspiel hat der Südafrikaner nicht viel mehr zu bieten. Zieht er einen schlechten Service-Tag ein, ist er seiner einzigen Waffe beraubt – und Wawrinka praktisch der Sieger.

Wieso erhielt er Todesdrohungen?

Ende Juni traf Anderson in der ersten Runde von Wimbledon auf Denis Istomin. In einem epischen Fight unterlag er dem Usbeken 6:4, 7:6 (15:13), 4:6, 6:7 (2:7), 3:6 – zum Leidwesen einiger Wett-Platzierer.

Diese verkrafteten den Verlust ihres Geldes schlecht und sarkastisch meinte Anderson dazu: «Enttäuscht, dass ich verloren habe, aber immerhin habe ich eine Tonne Todesdrohungen auf Facebook und Twitter erhalten, damit ich mich besser fühle.»

Wieso sollte Wawrinka Tiebreaks unbedingt verhindern?

Dass Wawrinka zuweilen Probleme mit seinem Nervenkostüm offenbart, ist bekannt. Im Head-to-Head mit dem deutlich schwächer klassierten Anderson weist er denn auch «nur» ein 4:4 auf.

Alarmierend dabei ist, dass bei Andersons 4 Siegen aus 10 gespielten Sätzen 6 im Tiebreak entschieden wurden, deren 5 gingen zu Gunsten des 30-Jährigen aus. Ein kleiner Lichtblick für Stan: An diesem Turnier hat er in 4 Sätzen bereits 3 Tiebreaks gespielt und davon auch noch alle gewonnen.

Wieso endete sein Höhenflug abrupt?

2015 war das Jahr des Anderson: Als Weltnummer 16 gestartet, knackte er im Oktober erstmals die Top 10, gewann 89 Prozent seiner Service-Games (sechstbester Wert auf der Tour) und holte in Winston-Salem seinen dritten ATP-Titel.

Heuer wurde sein Höhenflug im Februar durch eine Schulterverletzung, verbunden mit einer Verletzung am Fuss, jäh unterbrochen: Anderson stürzte im Ranking auf Position 34 ab und hat seit seiner Rückkehr im Mai noch nicht zu alter Stärke zurückgefunden.

Kennt viele Emojis: Trainingsschwänzer Stan Wawrinka

Sendebezug: Radio SRF 3, Morgenbulletin, 29.07.2016, 08:30 Uhr.

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US Open 2015: Wawrinka siegt gegen Anderson

2:36 min, aus sportaktuell vom 10.9.2015