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Alcaraz emotional nach Triumph «Will das Gefühl, nicht mehr kämpfen zu wollen, nie mehr erleben»

Carlos Alcaraz fügt Novak Djokovic in Melbourne die 1. Finalpleite zu. Danach blickt er auch auf härtere Jahre zurück.

Nach 3:02 Stunden stand der 4-Satz-Sieg von Alcaraz fest. Danach wurden Nettigkeiten ausgetauscht – eigentlich nicht Nettigkeiten, sondern überschwängliche Komplimente. Alcaraz lobte Djokovic über den grünen Klee und bedankte sich für die äusserst ehrlichen Worte, die Djokovic zuvor an der Zeremonie als grossartiger Verlierer gesagt hatte.

Aber eins ist nach diesem Australian-Open-Final klar: Die Jagd von Alcaraz auf die schier unglaublichen Rekorde von Djokovic ist eröffnet.

4 Jahre Vorsprung

Im Vergleich zu Djokovic (mit seinen 24 Grand-Slam-Titeln) liegt Alcaraz nun sogar vorne. Der Spanier – im neuen Jahr mit einem neuen Headcoach (Samuel Lopez hat Juan Carlos Ferrero abgelöst) unterwegs – sicherte sich mit noch nicht 23 Jahren schon 7 Grand-Slam-Trophäen. Djokovic gewann seinen 7. Titel erst mit 27.

Diese Bereitschaft, immer noch mehr machen zu wollen, hat mir hier den Titel beschert.
Autor: Carlos Alcaraz

Im Moment seines Erfolgs blickte Alcaraz in Melbourne auch auf jene Zeit zurück, in der er es noch nicht für nötig hielt, seinen Körper und seinen Kopf täglich bis ans Limit zu stressen. «Es gab in jungen Jahren Tage, an denen ich einfach aufgegeben habe und nicht mehr kämpfen wollte. In jungen Jahren habe ich viele Partien so verloren.»

Aber Alcaraz schaffte diesen Turnaround. Nur deshalb gewann er am Freitag trotz Krämpfen den Halbfinal gegen Alexander Zverev nach einem 3:5-Rückstand im 5. Satz. Nur deshalb fand er auch im Final gegen Djokovic die Lösung, nachdem es «im ersten Satz unmöglich war, gegen Novak (Djokovic) ein Mittel zu finden».

Lektion gelernt

Alcaraz: «Ich habe meine Lektionen gelernt. Heute hasse ich es, aufzugeben. Ich will dieses Gefühl, nicht mehr kämpfen zu wollen, nie mehr erleben. Ich bin jetzt erfahrener, abgeklärter. Ich weiss, welche Möglichkeiten mir noch offenstehen. In den schwierigsten Momenten denke ich dann: ‹Okay, ich kann diese Partie noch gewinnen. Ich kann in gewissen Bereichen noch etwas mehr versuchen. Oder: Ich entwickle noch mehr Leidenschaft.›»

Mittlerweile wisse er – jeder Schritt mehr, jede Sekunde Leiden, jede Sekunde länger fighten sei es stets wert: «Diese Bereitschaft, immer noch mehr machen zu wollen, hat mir hier den Titel beschert.»

Erfolg, aber mit Spass

Alcaraz verhehlt seine ultimativen Ziele nicht. Wer mit fast 23 schon fast alles gewonnen hat, der sieht keinen Grund zu falscher Bescheidenheit. «Natürlich möchte ich der beste Tennisspieler aller Zeiten werden», sagt Alcaraz, «aber noch wichtiger ist für mich, Spass dabei zu haben.»

Die Aussagen von Alcaraz in der Netflix-Serie zur ATP Tour wurden ihm auch schon vorgehalten. Alcaraz: «Man wirft mir vor, ich übertreibe zuweilen das Party-machen. Und ja, ich liebe es, in den Ausgang zu gehen. Aber wer liebt das schon nicht mit 22?»

Person in grüner Jacke hebt Sektglas, schwarze Hintergrund.
Legende: Hoch das Glas Carlos Alcaraz feiert seinen neusten Triumph. Imago/AAP

SRF zwei, sportlive, 01.02.2026, 9:30 Uhr ; 

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