Wawrinka zeigt Young den (verbesserungsfähigen) Meister

Stan Wawrinka steht an den Swiss Indoors nach einem durchzogenen Auftritt gegen Donald Young in den Viertelfinals – mit viel Luft nach oben.

Die Swiss Indoors und Stan Wawrinka – weiterhin eine harzige Liebesgeschichte. Nach den verpatzten Auftritten in den letzten Jahren setzte sich der 31-Jährige im Achtelfinal gegen das «ewige Talent» Donald Young durch. Allerdings musste er beim 7:6 (7:4), 6:7 (3:7), 6:4 einige Umwege gehen.

Der Romand offenbarte beim Dreisätzer vor allem 2 grössere Baustellen:

  • Die Länge: Seine Returns kamen reihenweise zu kurz und eröffneten Young so die Chance, immer wieder gefährlich ans Netz vorzurücken.
  • Die Effizienz: Bei den wichtigen Punkten, namentlich Breakbällen, konnte Wawrinka noch nicht die notwendigen Prozentpunkte aufdrehen. 5 von 7 Chancen liess er ungenutzt und hatte dabei zweimal Glück.

Das erste Break der Partie (nach 20 gespielten Games wohlgemerkt) holte sich Wawrinka nämlich kampflos und nach einem Doppelfehler seines amerikanischen Kontrahenten. Allerdings gelang Young postwendend das Rebreak.

Stan Wawrinka Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kein Hingucker Stan Wawrinka müht sich in Basel in die nächste Runde. Imago

So mussten die ersten zwei Sätze im Tiebreak – nach dem Chiudinelli-Debakel als mögliche «Sorgen-Disziplin» des Romands abgestempelt – entschieden werden. Das erste verlief wie der Satz selber: äusserst ausgeglichen. Erst nach dem Seitenwechsel fiel die Entscheidung, allerdings ohne grosse Einflussnahme Wawrinkas. Young setzte 2 Bälle unbedrängt hinter die Grundlinie und die Sache war gegessen.

Mit Schiri-Hilfe zum entscheidenden Break

In der 2. Blitz-Entscheidung hielt sich Wawrinka wacker – bis beim Stand von 3:3 der nächste Tiebreak-Durchhänger folgte. Er verschenkte die folgenden 4 Punkte mit teils haarsträubenden Fehlern und musste den Satzausgleich hinnehmen.

Ein frühes Break reichte dem Schweizer dann im Entscheidungssatz, um den Sack doch noch zuzumachen. Allerdings musste er dabei auch Fortuna in Anspruch nehmen: Young hatte beim Breakball bereits einen Service-Winner im Feld, welcher fälschlicherweise Out gegeben wurde.

In der nächsten Runde trifft Wawrinka auf Qualifikant Mischa Zverev, der Guido Pella mit 6:4, 6:2 ausschaltete. Das einzige Duell der beiden liegt schon 8 Jahre zurück. Damals gewann Wawrinka in Wimbledon nach Aufgabe von Zverev.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 27.10.16, 18:50 Uhr