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Nach bitterer BJKC-Niederlage Günthardt adelt Bencic: «Sie zieht dieses Team unglaublich»

Im Schweizer Lager ist man sich nach der BJKC-Niederlage gegen Tschechien einig: Sich vorzuwerfen gibt es nichts.

Heinz Günthardt auf der Spielerbank mit Belinda Bencic.
Legende: Hat nur lobende Worte für Belinda Bencic übrig Heinz Günthardt. Keystone/Peter Schneider

Unmittelbar nach der 2:3-Niederlage gegen Tschechien in Biel war die Enttäuschung beim Schweizer Billie-Jean-King-Cup-Team riesig. Auf ihren physischen und psychischen Zustand angesprochen, sagte Belinda Bencic vielsagend: «Ja, nicht gut.»

Der Frust bei der 29-Jährigen war mehr als verständlich. Bencic hatte acht Stunden geackert, zwei Einzel und ein Doppel innert zwei Tagen bestritten, alle über drei Sätze. Im zweiten Einzel gegen Linda Noskova (WTA 14) konnte die Schweizer Teamleaderin drei Matchbälle nicht nutzen und verlor das Tiebreak im Entscheidungssatz schliesslich mit 9:11.

Keine Reue bei Günthardt

Bei den drei Matchbällen schlug Noskova zweimal hervorragend auf und liess einen Winner folgen, einmal missriet Bencic unter Druck ein schwieriger Vorhand-Passierball. Vorwürfe muss sie sich keine machen. Am Ende verdienten sich die Tschechinnen das Ticket für das Finalturnier durch ihre grössere Breite.

Heinz Günthardt bereut seine Entscheidung nicht, am Samstag in den beiden Einzeln gegen ausgeruhte Tschechinnen auf Bencic und Viktorija Golubic gesetzt zu haben, die bereits das Doppel bestritten hatten. «Ich fand, wir können es uns nicht leisten, das Doppel nicht mit den Besten zu bestreiten», erklärt der Captain. «Und am Ende fehlte ein einziger Punkt», so Günthardt weiter.

Faktor Bencic riesig

Dass die Schweiz der Überraschung gegen Tschechien überhaupt so nahe kam, ist hauptsächlich Bencic zu verdanken, nicht nur ihrer Siege wegen: «Sie zieht dieses Team unglaublich, und das schon seit Jahren», schwärmt Günthardt. «Die ganze Atmosphäre im Team ist eine andere, wenn sie dabei ist.» Alle würden schon anders auflaufen, das Training sei anders. «Man kann gar nicht in Worte fassen, was sie für das Team wert ist.»

Wie viel ihr diese Equipe bedeutet, zeigte Bencic auch im letzten Einzel, als sie an der Seitenlinie hin und her tigerte und Golubic anfeuerte. Trotz der Enttäuschung über die eigene Niederlage wenige Minuten zuvor brachte die Olympiasiegerin von 2021 noch einmal die Energie auf, alles zu geben.

Abstiegs-Playoff statt Finalturnier

Leider reichte auch das letztlich nicht zum Sieg. Der nächste Einsatz der Schweizerinnen erfolgt nun statt Mitte September beim Finalturnier erst zwei Monate später im Abstiegs-Playoff. So brutal kann es im Tennis sein. Oder wie es Golubic ausdrückt: «Es ist eine Hass-Liebe.»

Billie Jean King Cup

SRF zwei, Sportlive, 11.04.2026, 13:00 Uhr ; 

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