Zum Inhalt springen

Header

Video
Safin macht sich zum Grand-Slam-Premierensieger
Aus Sport-Clip vom 10.09.2020.
abspielen
Inhalt

«Blick zurück»: 10.09.2000 Als sich bei Safin Genie gegen Wahnsinn durchsetzte

An den US Open vor 20 Jahren holte Marat Safin den Pokal. So genial sein Spiel war, so berüchtigt waren seine Wutausbrüche.

Als am 10. September 2000 Pete Sampras im Final der US Open als Verlierer vom Feld ging, sahen etliche Tennisexperten einen Paradigmenwechsel aufziehen. Der 29-jährige US-Amerikaner war von seinem 20-jährigen Kontrahenten regelrecht demontiert worden. 6:4, 6:3, 6:3 so das klare Resultat zugunsten des jungen Russen. Sein Name: Marat Safin.

Marat Safin
Legende: Am Ziel angekommen Der 20-jährige Marat Safin mit der US-Open-Trophäe. imago images

Die Tenniswelt schien Safin nach dessen erstem Triumph an einem Grand-Slam-Turnier zu Füssen zu liegen. Bereits zwei Jahre zuvor hatte er sein immenses Talent an den French Open mit Siegen über Andre Agassi und Gustavo Kuerten angedeutet. Doch als Safin 2009 seine Karriere beendete, waren «nur» ein weiterer Major-Titel und insgesamt 13 Turniersiege dazugekommen.

Konzentrationsfehler und Ausraster

Dies lag primär an seiner emotionalen Art. Lief es schlecht, verlor er jegliche Lust am Spiel. Konzentrationsfehler gehörten bei Safin zur Tagesordnung, ausserdem war er bekannt für seine Wutausbrüche.

Über 1000 Rackets sollen seiner Raserei zum Opfer gefallen sein. Zudem warfen ihn Verletzungen wiederholt zurück. Zugleich galt der schillernde Moskauer als Playboy, hatte in seiner Box reihenweise weibliche Fans.

Marat Safin zertrümmert sein Racket.
Legende: Mehr Regel als Ausnahme Marat Safin zertrümmert sein Racket. Keystone

2005 jedoch erlebte Safin bei seinem stetigen Pendeln zwischen Genie und Wahnsinn seinen zweiten Karrierehöhepunkt. Im Final der Australian Open besiegte er Lleyton Hewitt und holte seinen zweiten und letzten Major-Titel. In Erinnerung bleibt aus Schweizer Sicht der Halbfinal: Dort hatte Safin in einem viereinhalb Stunden dauernden 5-Satz-Krimi Roger Federer niedergerungen.

Video
Archiv: Safin ringt 2005 Federer nieder
Aus Sport-Clip vom 09.09.2020.
abspielen

Politisches Intermezzo

Bei seinen grössten Siegen hatte Safin bewiesen, dass er zwischendurch auch geduldig auftreten konnte. Diese Geduld brauchte er wohl auch von 2011 bis 2017, als er sich politisch engagierte. Für 6 Jahre war er Abgeordneter der Partei «Einiges Russland».

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Töbu Merz  (Saibot Zrem)
    Safin legte sich mit allen an, dem Publikum, dem Ball, den Schiedsrichter und ganz ganz selten mit dem Gegner. Doch eines wurde er nie. Disqualifiziert!! Er wusste ganz genau, welche Grenzen er nicht überschreiten darf.
    Was man von einer gewissen Person, leider nicht sagen kann!

    Ich war ein grosser Safin Fan!
    Er liess sich nie verbiegen und das gefällt mir
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Silvio Fischer  (S.Fisch)
      Erstmal. Hier einen Vergleich zu ziehen, ist unangebracht... Nicht nötig

      Andererseits stimme ich dem Rest zu. Ein Spieler, der seinen Emotionen freien Lauf liess, der aneckte, aber ohne anderen zu schaden... Stets respektvoll war gegenüber den Gegnern, weil er gebau wusste, wer oder wie er ist. Ein schillernder Falter, der sich so meine Sympathien angelte (und mit überdiszipliniertem Ehrgeiz sicherlich 5 6 Grandslams geholt hätte) Für die Tenniswelt eine echte Bereicherung...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen