Jelena Rybakina sinnt auf Revanche – und fühlt sich bereit für die Herkulesaufgabe im Final der Australian Open. «Ich werde bis zum Ende kämpfen – und hoffe, dass es dieses Mal zu meinen Gunsten ausgeht», sagte die Kasachin vor dem mit Spannung erwarteten Match am Samstag gegen die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka.
Schon 2023 standen sich beide im Endspiel von Melbourne gegenüber – damals mit dem besseren Ende für Sabalenka. Doch diesmal ist die belarussische Dominatorin gewarnt, schliesslich präsentiert sich die aufschlagstarke Rybakina seit Monaten in Topform und weiss genau, wie die Hartplatz-Spezialistin Sabalenka zu schlagen ist.
Das bewies Rybakina nicht zuletzt im Endspiel der WTA Finals Anfang November. «Es ist nur noch ein Schritt», sagte die in Moskau geborene 26-Jährige mit einem Lächeln. Sie kann nach dem Wimbledon-Triumph 2022 ihren zweiten Grand-Slam-Titel gewinnen.
Tiebreak-Rekordhalterin
In Melbourne hinterliessen beide Finalistinnen bislang einen starken Eindruck. Weder die Weltnummer 5 Rybakina noch Sabalenka gaben auf dem Weg in den Final einen Satz ab. Dass Sabalenka dabei 21 Minuten länger auf dem Platz stand, dürfte kaum eine entscheidende Rolle spielen.
Viel eher dürfte Rybakina Sabalenkas Tiebreak-Statistik Kopfzerbrechen bereiten. Die Belarussin gewann beim Achtelfinal-Sieg über Victoria Mboko (CAN) das 20. Tiebreak an einem Grand-Slam-Turnier in Folge. Das war vor ihr weder auf der WTA- noch auf der ATP-Tour einer Spielerin oder einem Spieler gelungen.
Australien-Spezialistin
Hinzu kommt, dass sich Sabalenka in Melbourne äusserst wohl fühlt. Vor drei Jahren gewann die 27-Jährige hier den ersten Grand-Slam-Titel, nun steht sie zum bereits vierten Mal in Folge im Final. Im Vorjahr unterlag sie Madison Keys (USA) in drei Sätzen. Doch nicht nur aus dieser Niederlage hat sie gelernt.
«Ich weiss genau, was in all den Finalspielen, die ich gespielt und verloren habe, falsch gelaufen ist», sagte die schlaggewaltige Sabalenka, die im Vorjahr auch das Endspiel der French Open verloren hatte – und es in diesem Jahr deutlich besser machen will: «Ich habe viel über mich gelernt. Das wird sich in dieser Saison definitiv nicht wiederholen.»