Alexander Zverev geriet vor dem Duell der Generationen regelrecht ins Schwärmen. «Unglaublich» sei er, dieser erst 19-jährige Rafael Jodar, «ein enormes Talent», das «fantastisches Tennis» spiele.
Mit viel Respekt geht der Hamburger in den Viertelfinal der French Open. Die Premiere gegen den spanischen Überflieger wird die wohl erste richtige Prüfung in Paris auf dem Weg zum lang ersehnten ersten Grand-Slam-Titel.
Von 707 auf 29
Jodar (ATP 29) stand vor einem Jahr noch auf Weltranglisten-Position 707 – jetzt wird er als Mitfavorit in Roland Garros gehandelt. Wie ist das möglich? Durch eine herausragende Sandplatzsaison mit einer 19:3-Bilanz, die sogar besser ist als die von Zverev (17:4).
Der Madrilene wird «Rafa» genannt, genau wie sein Vornamensvetter Rafael Nadal. Sein Spiel ist anders als das des 2024 zurückgetretenen Sandplatz-Königs, funktioniert auf dem Belag aber auch.
«Er ist jemand, der den Ball von beiden Seiten aus beschleunigen kann, was sehr besonders ist. Er ist ein sehr aggressiver, junger Spieler», sagte Zverev. Doch trotz der kniffligen Aufgabe blickt dieser voller Vorfreude dem erstmaligen Aufeinandertreffen mit seinem jungen Kontrahenten entgegen, das «hoffentlich sehr unterhaltsam» sein werde.
Die Youngsters drängen ins Rampenlicht
Zverev weiss: Schafft er auch diesmal die Krönung bei einem Grand-Slam-Turnier nicht, wird er wohl als der grosse Verlierer das Turnier verlassen. Und nicht die bereits ausgeschiedenen Konkurrenten Jannik Sinner und Novak Djokovic.
Ich muss mir selbst vertrauen und ich werde dafür bereit sein.
Denn für Zverev ist klar: Einfacher wird es in der kommenden Zeit nicht werden. Nebst Jodar sorgen mit dem 19-jährigen Djokovic-Bezwinger Joao Fonseca (BRA/ATP 30) und dem ein Jahr älteren Tschechen Jakub Mensik (ATP 27) weitere Youngsters für Furore bei Roland Garros. Und in Zukunft wird der aktuell verletzte Weltranglisten-Zweite Carlos Alcaraz wieder mitmischen.
Deshalb ist der Druck entsprechend hoch. Der Deutsche sieht sich dafür gerüstet. «Ich muss mir selbst vertrauen und ich werde dafür bereit sein», sagte der 29-Jährige. «Ich konzentriere mich auf mein eigenes Spiel, mein eigenes Ding.»