Viel Prestige und viel Geld
Der «Happy Slam» bringt die Tennis-Fans zum ersten Mal im neuen Jahr so richtig in Wallung. In der Millionenmetropole Melbourne starten am kommenden Sonntag die Australian Open. Bei dem Hartplatz-Event geht es um ganz viel Prestige und enorm viel Geld. Umgerechnet knapp 2,4 Millionen Euro erhalten die Sieger der Einzelwettbewerbe.
Die Schweizer Vertretung
Bei den Männern hat es einzig Stan Wawrinka (ATP 139) ins Hauptfeld geschafft – und das mit einer Wildcard. Bei den Frauen hält ein Trio die Schweizer Fahne hoch: Belinda Bencic (WTA 10), Viktorija Golubic (WTA 81) und Simona Waltert (WTA 86). Die restlichen Swiss-Tennis-Cracks – Jérôme Kym, Leandro Riedi, Henry Bernet und Rebeka Masarova – scheiterten in der Qualifikation.
Ein emotionaler Schweizer Abschied
Zwölf Jahre nachdem er in Melbourne den ersten seiner drei Grand-Slam-Titel holte, gibt Wawrinka seinen Abschied in «Down Under». Im März wird der Lausanner 41-jährig, Ende Jahr beendet er seine Karriere. Wawrinka schlägt zum 20. Mal bei den Australian Open auf, letztmals gewann er vor fünf Jahren eine Partie. Nun sind die Chancen auf ein letztes Hurra aber intakt; Laslo Djere (ATP 91) scheint als Erstrundengegner schlagbar. Beim United Cup überzeugte Wawrinka trotz vier Niederlagen in fünf Spielen gegen starke Gegner.
Bencic bereit für den Coup
Die besten Schweizer Aussichten auf ein Spitzenresultat hat Belinda Bencic. Die Ostschweizerin brillierte beim United Cup mit Siegen gegen Topspielerinnen wie Iga Swiatek und Jasmine Paolini. Im letzten Jahr war sie beim ersten Grand-Slam-Einsatz nach ihrer Babypause gleich in die Achtelfinals gestürmt – wie zuvor bereits 2016 und 2023. Der Auftakt gegen die Britin Katie Boulter (WTA 113) sollte keine hohe Hürde sein.
Wie ist die Situation rund um die Topstars?
Titelverteidiger Jannik Sinner peilt den dritten Triumph «Down Under» in Serie an, Carlos Alcaraz hat in Melbourne noch nicht gewonnen. Nach der Trennung von Erfolgscoach Juan-Carlos Ferrero rücken die Auftritte des Weltranglistenersten noch einmal mehr in den Blickpunkt. Bei einem Exhibition-Match in Südkorea schlug Alcaraz zuletzt Sinner. Experten sehen den Italiener bei den Australian Open aber ein Stück vorne.
Bei den Frauen ist die Favoritenrolle klar vergeben. Aryna Sabalenka triumphierte 2023 und 2024, im letzten Jahr verlor sie einen hart umkämpften Final in drei Sätzen gegen Madison Keys. Auch an den US Open und vergangene Woche in Adelaide stellte die Belarussin eindrücklich unter Beweis, dass sie derzeit die beste Hartplatz-Spielerin ist.