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Zusammenfassung Thiem - Zverev
Aus Sport-Clip vom 14.09.2020.
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Krimi-Final an den US Open Im 4. Anlauf klappt's: Thiem nach 0:2-Satzrückstand zum Titel

  • Dominic Thiem holt sich an den US Open 2020 den Titel. Der Österreicher bezwingt Alexander Zverev in 5 Sätzen mit 2:6, 4:6, 6:4, 6:3, 7:6 (8:6).
  • In einem zu Beginn trägen, dann hochklassigen Final in New York fällt die Entscheidung erst im Tiebreak des 5. Satzes.
  • Es ist der 1. Grand-Slam-Titel für den 27-jährigen Thiem.

Zum ersten Mal seit 1995 und Thomas Muster hat Österreich wieder einen Grand-Slam-Sieger. Nach etwas über 4 Stunden war das geschafft, was 60 Minuten nach Spielbeginn noch die wenigsten gedacht hätten. Thiem lag zu diesem Zeitpunkt mit 0:2 Sätzen hinten. 3 Stunden später legte er sich nach einem hochdramatischen Entscheidungssatz auf den Court. Im 4. Final-Auftritt an einem Grand-Slam-Turnier sicherte er sich seinen ersten Titel.

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So holte sich Dominic Thiem den Titel
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Es war ein spezieller Final, der zu einem speziellen Turnier passte. Es kam gleich zu zwei Premieren im leeren Stadion in Flushing Meadows: Noch nie war ein US-Open-Endspiel in der Open Era im entscheidenden Tiebreak ausgetragen worden. Und noch nie hatte sich ein Spieler von einem 0:2-Satzrückstand zurückgekämpft.

Zverev zu Beginn überragend

Der «Dominator» wurde zu Beginn der Partie dominiert. In den ersten beiden Sätzen blieb Thiem praktisch chancenlos, während Zverev gross aufspielte und dem Österreicher gleich 4 Mal den Aufschlag abnehmen konnte. Ein kurzes Zwischenhoch von Thiem zum Ende des 2. Satzes, als er beim Stand von 5:2 zugunsten des Deutschen urplötzlich ein Break zurückholen konnte, kündigte sein Erwachen an.

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Die Highlights des US-Open-Finals
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Der Satz ging zwar dennoch an Zverev. Aber mit dem Rücken zur Wand drehte Thiem auf – oder schraubte zumindest die Fehlerzahl zurück. Zum Ende eines ausgeglichenen 3. Durchganges gelang ihm das Break beim Stand von 5:4 – Satzgewinn.

Thiems spätes Erwachen

Mit dem Durchgang in der Tasche schien sich in Thiem die Blockade gelöst zu haben. Der «Dominator» agierte plötzlich stilsicher, präzis und brachte so einen zunehmend unsicheren Zverev in Bedrängnis. Ein Break reichte Thiem im 4. Satz. Thiem schien dem Titel förmlich entgegenzurennen.

Doch Zverev steckte nicht auf. Was folgte, war ein unglaublicher Entscheidungssatz:

  • Zverev nutzte beim Stand von 4:3 ein schwaches Aufschlagsspiel von Thiem und holte sich das (scheinbar) vorentscheidende Break.
  • Thiem liess sogleich das Re-Break folgen, glich zum 5:5 aus und schaffte dann seinerseits das Break zum 6:5, konnte somit ebenfalls zum Titelgewinn aufschlagen.
  • Aber auch bei ihm versagten die Nerven, und so rettete sich Zverev, der hochgradige Probleme beim Aufschlag bekundete, ins Tiebreak.
  • Mit sichtlichen Oberschenkelproblemen kam Thiem im Tiebreak beim Stand von 7:6 zu seinem 3. Matchball – und nutzte ihn.
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Das dramatische Tiebreak des 5. Satzes
Aus Sport-Clip vom 14.09.2020.
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Thiem ist damit der erste Grand-Slam-Champion seit Stan Wawrinka bei den US Open 2016, der nicht Novak Djokovic, Rafael Nadal oder Roger Federer heisst.

SRF zwei, sportlive, 13.09.20, 22:10 Uhr;

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28 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Meier  (Epikur)
    Man kann sich dem Eindruck nicht erwehren, dass die beiden Jungspunde einen wesentlich älteren, unkonstanteren und müderen Eindruck gemacht haben, als Federer, Djokovic oder Nadal mit teils 15 Jahren mehr auf dem Buckel. Wie ist das zu erklären? Mentale Einstellung, Erfahrung oder andere körperliche Voraussetzungen? Jedenfalls war das Niveau sehr tief, und beide machten keinen wirklich konstanten Eindruck. Wohl die Erfahrung und die bizarren Umstände, als müssten sie durch Masken atmen.
  • Kommentar von Dominik Schwerzmann  (schw.)
    Super Match, keine Frage.

    Eine Frage ans SRF. Waren die beiden Moderatoren live vor Ort und müssen jetzt 2 Wochen in Quarantäne, dass sie just nach diesen 2 Wochen nach Paris reisen dürfen und danach wieder in Quarantäne gehen müssen??!!
    1. Antwort von SRF Sport (SRF)
      @Dominik Schwerzmann Unsere beiden Kommentatoren waren nicht vor Ort und haben die Spiele aus Zürich begleitet. Weder Heinz Günthardt noch Stefan Bürer müssen deshalb in Quarantäne. Freundliche Grüsse, SRF Sport
  • Kommentar von Stefan Trasser  (chiggifan)
    Da fragt man sich wirklich, wo das Niveau bleibt ohne Leute wie Federer, Djokovic, Nadal, Wawrinka...
    Zverev kriegt es nicht hin, mal ein Match lang nur schon solide aufzuschlagen und vergibt das Match gegen einen verletzten Gegner. Thiem hat die ersten zwei Sätze kaum mitgespielt und nur Fehler produziert. Wenn mal ein Satz anständig gespielt wird, werden sie schon in den Himmel gelobt. Spannend ist es ja, weil man nie weiss, wann wem die Nerven versagen. Hochklassig ist aber anders.
    1. Antwort von Stefan Gisler  (Stefan Gisler)
      Das Match hatte ein gutes Niveau mit tollen Ballwechseln. Auf ND können wir verzichten, seine Arroganz und Wutausbrüche braucht das Tennis nicht.