In den letzten drei Grand-Slam-Turnieren lautete die Final-Affiche immer Carlos Alcaraz gegen Jannik Sinner. Die Chancen stehen durchaus gut, dass der Spanier und der Italiener auch an den diesjährigen Australian Open den Titel unter sich ausmachen. Damit es zum nächsten «Sincaraz»-Showdown kommt, müssen beide aber noch eine Hürde nehmen.
Alcaraz auf Mission Karriere-Grand-Slam
Alcaraz hat auf dem Weg in seinen allerersten Melbourne-Halbfinal keinen einzigen Satz abgegeben und hinterliess einen sehr starken Eindruck. Der erstmalige Gewinn der Australian Open ist eines, wenn nicht sogar das Hauptziel der aktuellen Weltnummer 1 im Tennis-Jahr 2026.
Den «Happy Slam» hat Alcaraz als einziges der vier Major-Turniere noch nicht gewinnen können. Sollte der Mann aus Murcia heuer triumphieren, würde er mit seinen 22 Jahren zum jüngsten Spieler avancieren, der den Karriere-Grand-Slam komplettiert.
Zverev weiss, wie man Alcaraz stoppt
Geschenkt wird Alcaraz dieser Meilenstein aber gewiss nicht. Mit Alexander Zverev steht ihm im Halbfinal ein grosser Brocken gegenüber – im wahrsten Sinne des Wortes. Der grossgewachsene Deutsche hat besonders durch seinen starken Aufschlag die Mittel, um Alcaraz zu gefährden. Dazu kommt, dass Zverev im bisherigen Turnierverlauf auch von der Grundlinie bestechend aufspielte und keine unnötige Energie verpuffte.
Zverev gilt unter Insidern als der wohl beste Spieler aller Zeiten, der (noch) keinen Grand-Slam-Titel auf dem Konto hat. Diesen Ruf würde die Weltnummer 3 nur allzu gerne loswerden, am besten schon in Melbourne. Zverev wird sich im Halbfinal gegen Alcaraz durchaus Chancen ausrechnen. Im Head-to-Head steht es 6:6, vor zwei Jahren schaltete Zverev den Spanier im Viertelfinal in vier Sätzen aus.
Djokovic erhält zweite Chance
Im zweiten Halbfinal ist die Favoritenrolle vermeintlich klarer verteilt. Zu dominant trat Sinner in den letzten Direktduellen gegen Djokovic auf. Die vergangenen fünf Aufeinandertreffen gingen allesamt an den Italiener, Sinner überliess dem Serben dabei gerade einmal zwei Satzgewinne.
Die letzten beiden Direktduelle zwischen Sinner und Djokovic
Der letzte Sieg von Djokovic gegen Sinner liegt schon über zwei Jahre zurück. An den ATP Finals 2023 in Turin behielt der Serbe im Final mit 6:3, 6:3 die Oberhand.
Dass Djokovics Chance in Melbourne auf den 25. Grand-Slam-Titel überhaupt noch lebt, liegt an der Verletzung von Lorenzo Musetti. Sinners Landsmann musste im Viertelfinal gegen Djokovic mit einer 2:0-Satzführung im Rücken das Handtuch werfen. In der Runde zuvor hatte Djokovic ein Freilos genossen, nachdem Jakub Mensik verletzungsbedingt Forfait erklärt hatte.
Klar ist aber: Abschreiben sollte man den «Djoker» nie. Dafür ist sein Vermächtnis schlicht zu gross – und sein Tennis an einem ausgewählten Tag auch im Alter von 38 Jahren noch zu gut.