Belinda Bencic ist ausgezeichnet in die Tennis-Saison 2026 gestartet. Die 28-Jährige führte die Schweiz am United Cup mit 8 Siegen aus 8 Spielen (je 4 Einzel und Doppel) bis in den Final. Auch in diesem entschied Bencic das Einzel für sich, ehe sich die Schweiz im entscheidenden Doppel Polen doch noch beugen musste.
Bencic hinterliess zuerst in Perth und dann auch in Sydney einen extrem starken Eindruck. Mit Jasmine Paolini (WTA 7) und Iga Swiatek (WTA 2) bodigte die Schweizerin zwei Top-10-Spielerinnen. Dank ihrem Siegeszug am United Cup realisierte Bencic bereits zum frühestmöglichen Zeitpunkt eines ihrer Saisonziele: die Rückkehr unter die besten 10 Tennisspielerinnen der Welt.
Bencic sollte man auf dem Zettel haben
Wer die Karriere der Olympiasiegerin von 2021 schon länger verfolgt, weiss aber auch, dass sich Bencic damit noch längst nicht zufriedengibt. Der grosse Traum der Ostschweizerin ist und bleibt ein Grand-Slam-Titel. Zu den Top-Favoritinnen auf den Australian-Open-Triumph zählt Bencic zwar nicht, diese Rolle steht in erster Linie Aryna Sabalenka (WTA 1) zu.
Zum erweiterten Kreis der Spielerinnen, denen ein Coup in Melbourne zugetraut wird, ist Bencic aber durchaus zu zählen – nicht zuletzt auch aufgrund ihrer Auftritte am United Cup. Allerdings meinte es die Auslosung nicht gerade gut mit der besten Schweizerin.
Mit Daria Kasatkina (WTA 48) könnte schon in Runde 2 eine ehemalige Top-10-Spielerin warten, die mit Sicherheit stärker einzuschätzen ist, als es ihr aktuelles Ranking vermuten lässt. Potenzielle Gegnerinnen Bencics in Runde 3 und im Achtelfinal wären mit Elise Mertens (WTA 21) und Jelena Rybakina (WTA 5) ebenfalls zwei auf der Tour bestens bekannte Namen.
Unberechenbare Startgegnerin
Zu weit nach vorne wird Bencic aber noch nicht blicken. Schliesslich könnte sich bereits die 1. Runde als knifflig erweisen. Einerseits, weil der Start in ein Grand-Slam-Turnier immer speziell ist. Andererseits, weil die Gegnerin sehr unberechenbar ist. Auch im Fall von Katie Boulter (WTA 113) erzählt die aktuelle Platzierung nicht die ganze Wahrheit.
Vor 12 Monaten stieg die Britin noch als Weltnummer 23 in das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres in Melbourne. Boulter bevorzugt einen aggressiven Spielstil, nimmt die Bälle früh und versucht, schnellstmöglich zum Punktgewinn zu kommen. Die 29-Jährige hat durchaus das Potenzial, sich in einen Rausch zu spielen.
Aus Sicht von Bencic gilt es, genau das zu unterbinden. «Ich muss von Anfang an sehr fokussiert sein und ihr mein Spiel aufzwingen», lautet entsprechend der Plan der Schweizerin.