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Legende: Video Wawrinka: «Das wird eine spannende Affiche» (engl.) abspielen. Laufzeit 00:35 Minuten.
Aus sportlive vom 02.09.2019.
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Wawrinka-Gegner Medwedew «Bär» und Provokateur: Das Supertalent mit Fragezeichen

Wawrinkas nächster Gegner machte sich an den US Open bislang wenig Freunde. Dennoch ist der Russe brandgefährlich.

Es hatte Daniil Medwedew so richtig genervt, dass sich das Publikum in seinem US-Open-Sechzehntelfinal auf die Seite von Sympathieträger Feliciano Lopez schlug. Die rüpelhaften Reaktionen des Russen: Schlägerwurf, Mittelfinger, Handtuch-Gate, vor Sarkasmus triefendes Interview.

Anschliessend gab sich Medwedew reumütig, er müsse an sich arbeiten, sich bessern. Der Achtelfinal gegen Dominik Koepfer enttarnte die Worte als blosses Lippenbekenntnis. Wieder legte sich der 23-Jährige mit den Zuschauern an: «Ihr habt mir so viel Energie geschenkt», spottete er in Richtung der nun noch lauter buhenden Menge.

Legende: Video Medwedew schlägt Koepfer und legt sich erneut mit dem Publikum am abspielen. Laufzeit 02:02 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 02.09.2019.

Es bestehen also kaum Zweifel, auf wessen Seite die Zuschauer im 2. Duell zwischen Medwedew und dem in New York äusserst populären Stan Wawrinka sein werden. Zweifel hingegen gibt es um Medwedews körperlichen Zustand. Er sprach von Schmerzen an Schulter und Adduktoren und agierte gerade zu Beginn der Partie gegen Qualifikant Koepfer alles andere als unwiderstehlich.

Live-Hinweis

Den Viertelfinal zwischen Stan Wawrinka und Daniil Medwedew können Sie ab ca. 19:45 Uhr live auf SRF zwei und in der SRF Sport App mitverfolgen.

Angesichts dieser Eskapaden droht in den Hintergrund zu geraten, wie talentiert der Moskauer eigentlich ist. Die erste russische Weltnummer 5 seit 9 Jahren (Nikolai Dawydenko) gewann in diesem Jahr 2 Turniere, darunter den ATP-1000-Event in Cincinnati, und stand in 4 weiteren Endspielen.

Zudem verfügt der returnstarke Hüne über Stehaufmännchen-Qualitäten und taktisches Geschick. Als bestes Beispiel dient der Cincinnati-Halbfinal, als er gegen Novak Djokovic nach Satzrückstand die Marschrichtung umstellte, sich reinbiss und die Partie noch gewann. Kein Wunder: «Medved» (медведь) lässt sich mit «Bär» übersetzen.

Revanche für Wimbledon?

Wawrinka musste sich dem «Bären» bislang erst einmal stellen. 2017 unterlag der Romand dem Youngster in der 1. Wimbledon-Runde in 4 Sätzen. Gerade zur Revanche scheint die Formkurve von «Stan the Man» nahezu senkrecht nach oben zu zeigen.

«Er zeigt supergutes Tennis, spielte Final um Final dieses Jahr. Ein grossartiger Athlet», zollte Wawrinka seinem nächsten Gegner Respekt. Er freue sich auf die Partie, denn: «Für genau solche Spiele trainiere ich.»

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 02.09.2019, 02:45 Uhr

8 Kommentare

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  • Kommentar von Jan Müller  (Jamüll)
    Ich muss sagen, ich bin ein wenig hin und hergerissen. Natürlich würde ich mich enorm für Stan freuen und aus Schweizer Sicht wäre es super wenn er es schafft. Andererseits wäre es schon auch toll zu sehen, wie der gute Daniil den Amis wieder schön einheizt.
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  • Kommentar von Pia Müller  (PiMu)
    Ich hoffe es sehr, Stan kann dieser neuen Rotznase Medwedew totalen Einhalt geben !!!
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  • Kommentar von Alfred Signer  (Giacobbo)
    Der Vergleich mit McEnroe finde ich ziemlich deplatziert. John war der böse Bube, der während seiner Ausbrüche alle beleidigte und viel Material zerstörte. Medwedew dagegen ist eigentlich nicht bösartig. Er lechzt nach Erfolg und Anerkennung. Er wird es noch lernen, dass die Gunst des Publikums einzig mit spielerischen Mitteln und nicht mit Hochmut zu gewinnen ist.
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    1. Antwort von Daniel Häberlin  (Svensk)
      Zu McEnroe kann ich nichts sagen, da ich seine damaligen Auftritte nicht kenne. Bei Mjedwjedjew bin ich jedoch absolut einverstanden mit Ihnen. Es wird schlichtweg nur das Negative an ihm hervorgehoben. Im Video von seinem Match gegen Köpfer hört man z. B., wie er nach dem Matchball anerkennend zu seinem Gegner sagt: "Du warst grossartig, mach weiter so!" Auch im Platzinterview sprach er äusserst respektvoll über seine möglichen Viertelfinalgegner. Aber eben, das ist halt keine Schlagzeile wert.
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