Das Zweitrundenspiel von Stan Wawrinka an den Australian Open ist auch das Spiel der Gegensätze. Während der Romand zum 20. Mal beim «Happy Slam» teilnimmt, ist es für seinen Gegner, den Franzosen Arthur Géa, die erste Teilnahme in Melbourne. Überhaupt hat Wawrinka seinem Gegner einiges an Erfahrung voraus – kein Wunder, schliesslich ist er mit seinen 40 Jahren fast doppelt so alt wie Géa.
Der Franzose spielt erst seit 2025 auf der ATP-Tour und hatte in Paris bei den French Open Grand-Slam-Luft schnuppern dürfen. Damals schied er in der 2. Quali-Runde aus. In der Weltrangliste ist er auf Platz 198 klassiert – so gut war er in seiner Karriere noch nie. Dennoch liegt er damit hinter Wawrinka (ATP 139) zurück.
Auf der Tour sind sich die beiden Spieler noch nie begegnet. Für beide wird die Partie also Neuland sein – und beide werden sich Chancen ausrechnen.
Géa mit Selbstvertrauen
Wawrinka hätte wohl eher damit gerechnet, in der 2. Runde auf den Tschechen Jiri Lehecka (ATP 19) zu treffen. Doch Géa, der sich durch die Qualifikation gespielt hatte, eliminierte den gesetzten Spieler mit einem Dreisatzsieg.
Auch Wawrinkas Coach, Magnus Norman, hat diese Partie verfolgt. «Er hat einen sehr soliden Match gespielt», sagte der Schwede. «Er ist Rechtshänder und hat grosses Selbstvertrauen.» Das Selbstvertrauen kommt auch daher, dass Géa vor den Australian Open noch ein Turnier auf der Challenger Tour für sich entschieden hat.
Mischung aus Training und Erholung
«Es wird hart», gab Norman mit dem Blick auf die anstehende Aufgabe zu. «Aber auch Stan hat grosses Selbstvertrauen. Er muss frei reingehen und das Spiel geniessen.»
Als grossen Vorteil von Wawrinka sieht der Coach die grosse Erfahrung. Zudem funktioniere im Team momentan vieles sehr gut, die richtige Mischung aus Erholung und Training sei gefunden worden.
Auch das Publikum dürfte sich wieder auf die Seite Wawrinkas schlagen. Der Romand begeistert die Massen und hat in seinem Abschiedsjahr auch schon im 1. Auftritt gegen Laslo Djere die Fans zu Jubelstürmen verleitet. Nur zu gern würde der Sieger von 2014 seinen Aufenthalt in Melbourne noch verlängern – die Chancen dafür sind gegen Géa durchaus intakt.