«Es ist ganz toll, das neue Jahr so zu beginnen», freute sich Stan Wawrinka am Samstag nach dem Sieg über den Franzosen Arthur Rinderknech (ATP 29) am United Cup in Perth. Zu dem Zeitpunkt war Wawrinka selber gespannt, wie er diesen Marathon über 3:20 Stunden würde wegstecken können.
24 Stunden später bestritt er gegen Flavio Cobolli (ATP 22) gleich den nächsten Marathon von knapp drei Stunden, ohne dass er leistungsmässig einbrach. «Die zwei Spiele», so Wawrinka, «stimmen mich zuversichtlich.»
Mit Recht: Im letzten Jahr gewann er von 15 Einzeln, die über mindestens drei Sätze führten, bloss drei. Gegen Ende der Matches baute Wawrinka regelmässig ab. In Perth hielt er gegen Rinderknech und Cobolli während insgesamt 6:20 Stunden das Niveau hoch.
Hohe Ziele wie eh und je
Ist Wawrinka mit fast 41 (Geburtstag im März) fitter als letzte Saison? Natürlich hofft er das. Aber sicher kann er sich auch nicht sein. Klar ist einzig: «Es stimmt für mich, angekündigt zu haben, dass das mein letztes Jahr auf der Tour ist. Aber ich hänge nicht ein Jahr an, um einfach überall Goodbye zu sagen. Ich bin ein Kämpfer. Ich will meine Limiten ausloten. Ich will gegen die Besten spielen und Matches gewinnen. Und ich möchte mit 40 zurück unter die Top 100.»
Die zwei Spiele stimmen mich zuversichtlich.
Er setzte sich auch im letzten Jahr maximal hohe Ziele. So geht er seine Profikarriere seit Jahren an, «und ich bin überzeugt, nur darum habe ich viel mehr erreicht, als wovon ich als Junger geträumt habe», so Wawrinka.
Es fehlen 230 Punkte für die Top 100
Den Enthusiasmus, es nochmals zurück unter die Top 100 zu schaffen, bewies Wawrinka schon letzte Saison, als er 29 Einzel auf der Challenger Tour bestritt. In Australien ist er zurück auf der grossen Bühne. Ein weiteres Einzel in den Viertelfinals hat Wawrinka auf sicher. Zu den Top 100 der Weltrangliste fehlen ihm derzeit 230 Punkte.
Bis Ende April hat der Schweizer Marathon-Mann bloss gut 50 Zähler zu verteidigen. Mit einem Turniersieg an einem ATP-250-Anlass wäre Wawrinka schon bei den Leuten. Den letzten seiner 16 Titel auf der Tour holte Wawrinka vor neun Jahren in Genf.