Nach den French Open, wo sie erstmals den Achtelfinal erreichte, wollte Belinda Bencic eigentlich im Londoner Queen's Club in die Rasensaison starten. Sie reiste auch an, zog sich dann aber kurz vor dem Beginn des Turniers zurück. Grund dafür war eine kleinere Blessur an der Wade.
«Ich wollte nichts riskieren vor Wimbledon», erklärt Bencic die Vorsichtsmassnahme im Interview mit SRF. Mittlerweile seien die körperlichen Probleme ad acta gelegt. «Es geht mir gut. Ich habe Reha gemacht und die Energie in die Vorbereitung investiert.»
Lebendige Erinnerungen an Lauf im letzten Jahr
Dass die Matchpraxis auf der grünen Unterlage vor ihrem Lieblingsturnier im All England Club fehlt, sei zwar nicht ideal, gibt Bencic zu. «Es wäre schon cool, wenn ich ein paar Rasenmatches in den Beinen hätte. Aber ich spiele mit den Karten, die ich habe.» Die Ostschweizerin erinnert gleich selbst ans letzte Jahr, als das einzige Vorbereitungsturnier in die Hose ging. In Bad Homburg scheiterte sie in der 1. Runde – nur um in Wimbledon dann bis in den Halbfinal vorzupreschen.
Die Erinnerungen an 2025, als sich Bencic nur 15 Monate nach der Geburt ihrer Tochter in die Herzen der Tennisfans an der Church Road spielte, sind natürlich noch präsent. «Das sind schöne Gedanken, die mir auch Selbstvertrauen geben», so Bencic. Nun beginne aber alles wieder bei null. «Ich bin nicht hier, um etwas zu verteidigen. Ich möchte ein neues Turnier anfangen», stellt die 29-Jährige klar.
Teenager als Startgegnerin
Bencic ist am Montag als einzige Schweizerin im Einsatz. Ihr Startspiel bestreitet sie um 12:00 Uhr auf Court 18 (live auf SRF zwei und in der Sport App) gegen die 17-jährige Britin Mika Stojsavljevic (WTA 276). Diese wurde von den Organisatoren mit einer Wildcard ausgestattet.
Stojsavljevic gilt als grosses Talent. Bei den Juniorinnen stand sie 2023 im Wimbledon-Viertelfinal und gewann 2024 als 15-Jährige die US Open.
Ausser einer Begegnung im Rahmen eines Exhibition-Doppels in Queen's gab es für Bencic noch keine Berührungspunkte mit ihrer Widersacherin. «Sie ist mit 1,85 m gross und serviert auch sehr gut», weiss sie. «Ich hoffe, dass sie noch nicht so viel Erfahrung hat.» Stojsavljevic durfte in Wimbledon bereits 2025 mit einer Wildcard antreten, war beim 3:6, 2:6 gegen Ashlyn Krueger (USA) aber chancenlos.