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WTA-Tour Scharapowa büsst – ehe das Strafmass bekannt ist

Eine Nachlässigkeit von Maria Scharapowa hat zu einer positiven Dopingprobe geführt. Nicht nur Kritiker, auch bisherige Partner zeigen mit dem Finger auf die Russin.

Maria Scharapowa tritt vor die Medien.
Legende: Maria Scharapowa Bei ihrem Doping-Eingeständnis im Blitzlichtgewitter der Kameras. Keystone

Jennifer Capriati, selbst kein Kind von Traurigkeit, kritisierte Maria Scharapowa nach deren Doping-Eingeständnis aufs heftigste. Via Twitter liess sie die Welt wissen, dass sie gleichzeitig sehr erzürnt und enttäuscht sei.

Sie habe ihre Karriere aufgeben müssen, für Capriati wäre es aber nie eine Option gewesen, zu betrügen. Lieber habe sie gelitten. Die 3-fache Major-Siegerin feuerte hinterher fast schon im Minutentakt Giftpfeile gegen die Russin ab, einige Einträge widerrief sie wieder.

Russischer Tennischef spielt alles herunter

Sachlich äusserte sich Nike zum Fall und teilte mit, dass sein Vertrag mit der bestbezahlten Sportlerin der Welt sistiert sei. Der US-Sportartikelhersteller will das Ergebnis weiterer Ermittlungen abwarten, ehe er definitiv die Konsequenzen zieht. Doch Nike beteuert: «Wir sind traurig und überrascht.» Weitere Partner haben am Dienstag nachgezogen und die Zusammenarbeit mit Scharapowa ausgesetzt oder beendet.

Dagegen hält der russische Tennischef Schamil Tarpischew das Ganze für eine «Lappalie». «Die Athleten nehmen nur, was ihnen von medizinischen Fachleuten verabreicht wird.» Diese Schlussfolgerung lässt ihn glauben, dass Scharapowa bei den Olympischen Spielen diesen Sommer in Rio am Start stehe.

Hingis büsste 2 Jahre

Scharapowas Anwalt strahlt weniger Zuversicht aus. «Die Sperre kann bis zu 4 Jahre dauern», liess sich John Haggerty von der Tageszeitung USA Today zitieren. Der Jurist sicherte vollste Kooperation zu und liess darum durchblicken: «Dass mildernde Umstände auch dazu führen könnten, dass überhaupt keine Sperre verhängt wird.» Martina Hingis verbüsste im 2007 für ihr Kokain-Vergehen eine 2-jährige Sperre.

Scharapowa hatte am Montag bei einer Medienkonferenz in Los Angeles die volle Schuld auf sich genommen. Das Medikament «Meldonium» sei ihr erstmals 2006 verschrieben worden. Seither nehme sie diesen Wirkstoff, weil sie Diabetes habe und oft krank gewesen sei. Dass die Substanz seit diesem Jahr auf der Dopingliste figuriert (siehe Box), war der Russin nicht geläufig.

Der Schweizer Sportarzt Beat Villiger kann sich nur eine «grosse Nachlässigkeit» vorstellen. «Denn es ist die Pflicht jedes Athleten und jeder Athletin, sich darüber zu informieren, welche Substanzen erlaubt beziehungsweise verboten sind.»

Legende: Video Scharapowas Reue abspielen. Laufzeit 02:51 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 07.03.2016.

Sendebezug: 10vor10, SRF 1, 07.03.2016 21:50 Uhr

Ein Renner in Russland

Weil primär in östlichen Staaten «Meldonium» (ein Herzmedikament) missbraucht worden war, setzte die Wada die Substanz Anfang 2016 auf die Dopingliste. Inkl. Scharapowa sind 7 Fälle bekannt:

  • Eduard Worganow (Russ), Rad
  • Olga Abramowa (Ukr), Biathlon
  • Artem Tyschtschenko (Ukr), Biathlon
  • Jekaterina Bobrowa (Russ), Eiskunstlauf
  • 2 Ringer (Namen unbekannt)

27 Kommentare

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  • Kommentar von Ritter Dominic, Winterthur
    nöd verdiened. Dopingtests het mer ja eigentlich igfüährt für Mittel wiä Anabolika, Peptidhormone, Wachstumshormon, Beta-2-Agonisten, EPO usw. wo us eim e un menschlichi Maschine mached prktisch unbesigbar. Mittlerwile isch Dopingliste scho fast en Duden worde wo vom Nasespray über Kopfweh Tablette bis Antibiothika drin stönd und das ales vo 100. verschiedene Hersteller. Oder kennt öper vo eu jedes Wort wo imene Duden stat? Glaub nöd oder vor alem wen mer jedes Jahr wider enderige vor nimt.
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  • Kommentar von Ritter Dominic, Winterthur
    Das Medikament isch sit me als 20 Jahre uf em Markt und bis am 31. Dezember 2015 nöd uf de Dopingliste gsi. sTurnier Australien Open het am 18. Januar agfange also nöd mal 3 wuche. En Grund das mers bi ihre i de A-Prob gfunde het chan si das sis über 10 Jahr lang täglich gno het. Ich bin mir nöd sicher ob mer das Medikament eifacht so chan absetze wahrschinlich wird das au irgend welchi nebewürkige ha (schlechteri durchbluätig usw)?! Das isch nöd immer eifach bi so mittel wo de name Doping gar
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  • Kommentar von peter, zuerich
    Das ist schlicht kein Doping. Das Mittel war 10 Jahre auf dem Markt und Scharapowa war primär in den USA - spricht das Mittel kennt jeder auf dem Bolletieri Campus. Ein zweite Opfer wird das Australia Open - den bei mehr als 35 % Grad sollte niemand mehr spielen und dieses Turnier wird grösste Probleme bekommen und gegen ein China Open getauscht werden. Das Medikament macht NULL Vorteile - sonst hätte Scharapowa zwischen 2008 - 2013 viel mehr gewinnen müssen.
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    1. Antwort von Franz Huber, Zürich
      Wer weiss vielleicht hätte die stöhnende auf den Balldrescherin ohne das Mittel aber weniger gewonnen. Wenn es auf der Liste ist, ist es nicht erlaubt. Sperren. Basta.
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