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«Hol die Kameltreiber» – Eklat um deutschen Trainer
Aus Tokyo 2020 Clips vom 28.07.2021.
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Deutschland in der Kritik «Kameltreiber»-Aussage und «Judo-Schüttler» sorgen für Aufruhr

Sowohl im Radsport als auch im Judo sorgen zwei deutsche Trainer für reichlich Diskussionsstoff.

Beim Zeitfahren der Männer kam es abseits der Strecke zu einer unschönen Szene. Patrick Moster, Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), leistete sich eine verbale Entgleisung. «Hol die Kameltreiber, hol die Kameltreiber, komm», rief er seinem Schützling Nikias Arndt während des Rennens zu. Vor Arndt, der am Ende 19. wurde, waren der Eritreer Amanuel Ghebreigzabhier und der Algerier Azzedine Lagab im Kampf gegen die Uhr auf die Strecke gegangen.

Die Replik des Athleten

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Der betroffene algerische Radsportler Azzedine Lagab hat auf die rassistische Äusserung des deutschen Sportdirektors Patrick Moster reagiert. «Nun, es gibt kein Kamelrennen bei Olympia, deshalb betreibe ich Radsport. Wenigstens war ich in Tokio dabei», schrieb Lagab auf Twitter.

Das «Sorry» im Anschluss

Moster bedauerte im Anschluss seine eigenen Worte. «Es tut mir wahnsinnig leid. Ich kann mich nur für die getätigten Worte entschuldigen», sagte er gegenüber der deutschen Nachrichtenagentur SID. Ob die rassistische Äusserung Konsequenzen haben wird, ist noch nicht bekannt.

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«Ohrfeigen-Gate» im Judo

Ebenfalls für Aufsehen sorgte die deutsche Judoka Martyna Trajdos – oder vielmehr ihr Bundestrainer Claudiu Pusa. Der Coach hatte seine Athletin vor dem Kampf am Kragen gepackt, geschüttelt und dann regelrecht geohrfeigt. Der Judo-Weltverband IJF reagierte darauf und sprach eine «ernste Verwarnung» wegen «schlechten Verhaltens während des Wettkampfes» aus.

Trajdos ihrerseits rechtfertigte den Vorfall. «Das ist eben mein Ritual, das ich mir vor dem Wettkampf ausgesucht habe», schrieb sie bei Instagram. «Mein Coach macht das, was ich möchte, um mich anzuheizen.» Weil die frühere WM-3. allerdings schon in ihrem 1. Kampf der Ungarin Szofi Ozbas unterlag, stellte sie sarkastisch fest: «Wahrscheinlich war es nicht hart genug.»

SRF zwei, sportlive, 27.6.21, 9 Uhr;

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Gasser  (allesrotscher)
    "Deutschland in der Kritik" !? Nein liebes SRF, es sind zwei (zufällig?) deutsche Trainer! Solche Verallgemeinerungen zulasten einer ganzen Nation sind mindestens genau so daneben wie das was da kritisiert wird. Ein Fehlgriff in der Wortwahl kann eben sehr schnell und jedem passieren, insbesondere in gewissen Stress-Situationen. Wobei ich den Stress für den Schreiber hier nicht sehe. Nobody is perfect, man kann ja Fehler bereuen... Und aalles, aa alles ist wiiieder gut.
  • Kommentar von Peter Müller  (pedromulinho)
    Ohrfeigen-Gate? Ein Witz. Wenn das die Athletin braucht, dann lasst die Beiden machen. Oder haben Leute ein Problem weil der "Mann" der "Frau" die Ohrfeige gab? Wenn's so ist, dann bleibt zu hoffen dass wir bald die ersten weiblichen Coaches sehen, welche Ihre männlichen Schützlinge ohrfeigen...gender equality ad absurdum
  • Kommentar von markus kohler  (nonickname)
    Hol Dir den Kameltreiber, war nicht ein cleverer Spruch, aber ist halt Trashtalk im Spitzensport.
    Was glauben denn die political correctness Moralprediger*innen? Wir hätten alle darauf gewartet, dass sie jeden Bereich unseres Seins durchleuchten und ihre realitätsfremden Kommentare dazu abgeben? Ich ärgere mich derart über diese Arroganz, dass ich täglich hart trainiere und mir dabei vorstelle wie ich solche "Jammeris" überhole und stehen lasse.