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Hussein gesteht Fehler ein und rechtfertigt sich
Aus Sport-Clip vom 24.07.2021.
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Nach Dopingaffäre Hussein: «Ich schotte mich ab»

Kariem Hussein erklärte sich in der Causa um sein Dopingvergehen am Samstag in der Öffentlichkeit. Er wirbt um Verständnis.

Einen Tag, nachdem seine Dopingsperre für neun Monate publik geworden ist, gab der 400-m-Hürdenläufer Kariem Hussein an einer virtuellen Pressekonferenz weitere Informationen rund um die Affäre preis.

Der Europameister von 2014 wollte niemandem ausser sich selber für das Vergehen die Schuld zuweisen. Immer wieder betonte er: «Es war mein Fehler.» Seit Herbst 2019 nahm er immer wieder Gly-Coramin ein.

Nur 5 Arbeitstage bis zum Urteil

Er, der Arzt und Mediziner, habe vor zwei Jahren gewiss überprüft und danach gewusst, dass er dieses «Leistungs-Sugus» nur im Training, aber nicht an Wettkämpfen zu sich nehmen darf. «Aber jetzt hatte ich das nicht mehr auf dem Radar. Ich war absolut überzeugt, dass ich das nehmen darf – im Training und im Wettkampf.»

Hussein geht es jetzt primär um Schadensbegrenzung. Er gestand und spielte bei der Dopingbehörde mit offenen Karten. Deshalb wurde der «Fall Hussein» vom positiven Ergebnis der Probe bis zum Urteilsspruch in rekordverdächtigen 5 Arbeitstagen abgewickelt. Antidoping Schweiz hatte 12 Monate Sperre für Hussein beantragt; 9 wurden es.

Imageschaden wohl unabwendbar

Nun hofft Hussein, dass ihm auch die Fans Glauben schenken, dass er kein «gewöhnlicher» Doper ist. Reputationsschaden oder Kollateralschäden – davor hat Hussein «die grösste Angst».

Der 32-jährige Leichtathlet fürchtet sich vor den Reaktionen. Die Stunden, die er in der letzten Woche geschlafen habe, liessen sich an 2 Händen abzählen, sagt er. «Ich schotte mich ab. Ich lese nichts mehr. Nicht einmal mehr meine SMS.»

WM 2022 als Perspektive

An seinen Zielen für die Zeit nach der neunmonatigen Sperre hält Hussein fest. «Auf jeden Fall sind die Weltmeisterschaften 2022 ein Ziel.»

Noch hat ihm niemand eröffnet, was er als Gesperrter in den nächsten 9 Monaten noch darf und was nicht. «Aber ich bin ein Einzelathlet. Ich brauche eine Laufbahn und einen Kraftraum, mehr nicht. Ich gehe nicht davon aus, dass ich Probleme beim Trainieren bekommen werde.»

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Doping-Sperre: Husseins Olympia-Traum geplatzt
Aus Sport-Clip vom 23.07.2021.
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SRF 3, Morgenbulletin, 23.7.21, 07:31 Uhr;

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Biljana Basta  (Pontifex)
    Hierzulande kann man nicht ohne irgendwelche Schuldzuweisungen leben. Das ewige " Mia Culpa, mia maxima Culpa".. Aufhören und atmen endlich!
  • Kommentar von Ulrich Gurtner  (Ueli Gurtner)
    Jedes Land betreibt seine eigene antidoping Kultur, die sie interpretieren, manipulieren und taylor-made puplizieren. Die WADA wird wie eine Mafia betrieben, alle decken sich, alle sind miteinander verbandelt und alles ist total intransparent. Mein Sohn wurde von der NADO gedopt, TAS hat ihn freigesprochen, seit 4 Jahren warte ich auf die Ausfuehrung des TAS-Urteils. Herr Hussein, machen Sie es doch einfach wie die WADA, akzeptieren Sie das Urteil nicht und betreiben Sie weiterhin ihren Sport.
  • Kommentar von Patrik Christmann  (Politik für die Schweizer)
    Diese Sugus haben wir im Schulsport und im Fussballclub als Jugendliche in den 80er Jahren bekommen und gelutscht. Die Wirkung ist doch gleich null. Und das soll heute Doping sein, dass man 9 Monate Arbeitsverbot erhält. Typisch Schweiz. Päpstlicher als der Papst und die richtigen Systemdoper aus dem Ausland findet man immer noch nicht. Lächerlich diese Kultur der Selbstkasteiung der Schweizer Bürger in allen Lebenslagen. Schuldig für alles was auf dieser Welt schief läuft.