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Van Vleuten: «Ich kam mir dumm vor»
Aus Tokyo 2020 Clips vom 25.07.2021.
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Van Vleutens Irrtum im Ziel Gold? Nein, doch nur Silber

Annemiek van Vleuten hielt sich zunächst für die Siegerin des Olympia-Strassenrennens. Die Ernüchterung folgte schnell.

Als Annemiek van Vleuten bei der Zieleinfahrt die Arme in die Luft riss, rieb man sich auf dem Fuji International Speedway verwundert die Augen. Normalerweise ist diese Art von Jubel im Radrennsport der Siegerin vorbehalten.

Später dann klärte sich, dass die Niederländerin auch tatsächlich meinte, sie sei als Erste im Ziel des olympischen Strassenrennens eingefahren. Die vermeintliche Olympiasiegerin wurde dann jedoch schnell auf den Boden der Realität zurückgeholt, als sie von Mitgliedern aus dem Staff darüber aufgeklärt wurde, dass sich 1:15 Minuten vor ihr bereits die Österreicherin Anna Kiesenhofer über Gold gefreut hatte.

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Van Vleuten freut sich über vermeintliches Gold
Aus Tokyo 2020 Clips vom 25.07.2021.
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Kiesenhofer ging vergessen

«Ich habe mich wirklich dumm gefühlt», sagte Van Vleuten im Interview mit SRF. «Das letzte, was ich hörte, war, dass sie nur 45 Sekunden Vorsprung hatte. Das sagte mir Anna van der Breggen. Ich dachte, dass wir sie auf den letzten 10 Kilometern einholen würden.»

Kiesenhofer ging offenbar nicht nur von Van Vleuten vergessen. Auch Marlen Reusser sagte im Interview, im Feld habe man schlicht nicht gewusst, dass da noch jemand vorausgefahren war. Wohl auch, weil Kiesenhofers Fluchtgefährtinnen Omer Shapira und Anna Plichta zuvor noch eingeholt wurden.

Verspätete Freude über Silber

Das Unwissen über konkrete Zeitabstände sorgte bei Van Vleuten für Kritik. «Das heute hat mir gezeigt, dass wir mit Funk fahren sollten. Die Leute denken, dass es so aufregender ist. Ich sage, es ist einfach verwirrender.»

Mit etwas Abstand konnte sich die Niederländerin, die schon 2016 wegen eines schlimmen Sturzes um die Goldmedaille gebracht worden war, dann aber doch über die silberne Auszeichnung freuen. «Ich bin stolz darauf, wie ich heute gefahren bin. Und das ist immerhin meine dritte olympische Medaille», so Van Vleuten, die ihre letzte Saison auf höchstem Niveau bestreitet.

SRF zwei, sportlive, 25.07.2021, 08:15 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Adam Affolter  (adaff)
    «Das heute hat mir gezeigt, dass wir mit Funk fahren sollten.» Eben gerade nicht. Wer schneller fährt, fährt schneller. Alles andere ist Absprache und sollte auch ausserhalb Olympia verboten werden.

    «Die Leute denken, dass es so aufregender ist.» Ich jedenfalls nicht, das war das spannendste Rennen, das ich nie gesehen habe.

    «Ich sage, es ist einfach verwirrender.» Nein, es ist einfach jemand anderes schneller unterwegs. Das ist alles
  • Kommentar von Stefan Kohler  (stefkohler)
    Ich denke, die Holländerinnen müssen sich ein wenig an der eigenen Nase nehmen. Auch wenn kein Funk erlaubt ist, müsste der Informationsfluss gewährleistet sein, sei es durch das Teamfahrzeug oder die Betreuer am Strassenrand. Anna Kiesenhofer hat alles richtig gemacht und den Sieg mehr als verdient.
  • Kommentar von Paul Wagner  (päule)
    Es ist immer wieder schön, wenn Athleten in den Interviews natürlich sind und aus ihrem Herz heraus das sagen, was sie denken. Da zeigt sich die Persönlichkeit (falls vorhanden) und man spürt, was die Menschen bewegt. Olympia ist auch daher eine wunderbare temporäre Welt, die in ihrer Vielfalt zeigt, dass der wahre Sport eben so viel mehr und so viel grösser ist als der kommerzialisierte Fussball der dann wieder zwei Jahre lang vergöttert wird.