Diese sechs queeren Geschichten zeigen, wie unterschiedlich Liebe gelebt und Identität gesucht wird.
Nachbarschaftsnähe in England
Adam lebt zurückgezogen, bis die Begegnung mit Harry seine Einsamkeit aufbricht und alte Wunden freilegt. «In meiner Familie habe ich mich immer schon als Fremder gefühlt. Dann kam das Coming‑Out und das hat dem Ganzen einen Namen gegeben.» «All of Us Strangers» zeigt mit Andrew Scott und Paul Mescal, wie befreiend es ist, wenn jemand die eigene Verletzlichkeit sieht.
Ungewöhnliche Wohngemeinschaft in Nordmazedonien
«Housekeeping for Beginners» handelt von einer Wohngemeinschaft im mazedonischen Skopje. Als Ali, der junge Liebhaber von Toni, einzieht, geraten die ohnehin fragilen Beziehungen im Haus ins Wanken. Die Situation spitzt sich zu, als Ditas Freundin schwer erkrankt und der Zusammenhalt der Gruppe brüchig wird. Zwischen ruppigem Alltag, Streit und unausgesprochenen Spannungen zeigt der Film, wie Homophobie und Rassismus die Dynamik prägen, während Momente von Nähe und Leichtigkeit die Gemeinschaft dennoch zusammenhalten.
Folgenschwere Lüge in Kanada
In der Nacht von seinem 17. Geburtstag soll Frankie das erste Mal Sex mit seiner Freundin haben. Doch dann landet er stattdessen mit seinem besten Freund Ballas im Bett. Dieser distanziert sich am nächsten Tag panisch und behauptet, Franky habe ihn verführt. Die Lüge verbreitet sich an der Schule und Franky wird ausgegrenzt und mit Gewalt konfrontiert. «Giant Little Ones» ist ein Film über einen Teenager, der neu lernen muss, wem er vertrauen kann und wohin ihn sein eigener Weg führt.
Familiendrama in Italien
«Willst du so enden wie deine Schwester? Ein Job ohne Zukunft? Ohne Geld für die Miete?» Mit diesen Vorwürfen fährt Rens Mutter ihre jüngere Tochter Siena an. Renata, Mitte zwanzig, trans und frisch arbeitslos, steckt während der gemeinsamen Strandferien zwischen den temperamentvollen Eltern, Sienas Eskapaden und ihrem eigenen Schweigen fest. Der Schweizer Film «Something You Said Last Night» erzählt keine typische Transgeschichte. Vielmehr zeigt er leise, wie Renata inmitten familiärer Unsicherheiten nach einem Ort für sich sucht.
Identitätssuche im Baskenland
«Du kannst einmal so werden, wie du willst.» Ganz so einfach, wie es Cocós Mutter sagt, ist es jedoch nicht. Das achtjährige Kind verbringt den Sommer im Baskenland und spürt immer deutlicher, dass der eigene Geburtsname Aitor nicht mehr passt. Während Cocó versucht, verstanden zu werden, prallen in der Familie unterschiedliche Vorstellungen von Identität, Rollenbildern und Freiheit aufeinander. «20'000 Arten von Bienen» zeigt feinfühlig, wie ein Kind seinen Platz sucht und wie die Familie lernen muss, zuzuhören.
Verliebte Fussballer in der Schweiz
Mit einem Umzug in eine Spieler‑WG ändert sich für Nachwuchsfussballer Mario alles. Aus der anfänglichen Rivalität mit dem neuen Stürmer Leon entsteht eine Nähe, die Mario völlig überrascht. Schnell hat er jedoch das Gefühl, seine Karriere zu riskieren. Auch sein Vater ist überzeugt, dass für ein Coming-Out im Profifussball kein Platz ist. Der Schweizer Film «Mario» zeigt die Zerrissenheit zwischen Liebe und Karriere. Mal wehrt er sich, mal beugt er sich dem Druck, der auch von der Mannschaft ausgeht.