Am häufigsten sind es Patientinnen und Patienten, die sich zuvor in der Türkei, Brasilien oder in Tschechien behandeln liessen.
Trotzdem sagt Klein: «Die Chirurgie im Ausland ist eine saubere Sache.» Das Problem sei vielfach die Aufklärung vor dem Eingriff und die Nachsorge. «In unserer Studie haben wir gesehen, dass dort ein Mangel an Informationen und Anlaufstellen für die Patienten bestehen.» Auffangen müssen das Schweizer Spitäler oder Chirurgen.
In der Türkei gibt es viele seriöse Anbieter – aber es gebe auch viel Wildwuchs, sagt die türkische Schönheits-Chirurgin Derya Özcelik. Die Nachfrage sei so gross, dass die Kliniken gar nicht nachkämen. Wird dann nicht sauber gearbeitet, kann es auch bei Haartransplantationen zu wüsten Infekten kommen.
«Viele Patientinnen und Patienten sehen in den sozialen Medien die Vorher-Nachher-Bilder und denken, alles sei echt. Und sie schauen nur auf den Preis. Beides sind nicht gesunde Ansätze», sagt Özcelik. «Man muss den Arzt finden und ihn kontaktieren. Und nach den Diplomen fragen.»
Für Melda verläuft der Besuch bei Dr. Klein erfreulich: Die Restbeschwerden würden sich mit der Zeit legen, prognostiziert der Arzt. Damit ist das Thema Schönheitsoperationen für Melda abgeschlossen. Zumindest für den Moment: «Ein Türchen ist noch offen», sagt sie.
Gisela und Flavio haben vor ihrer Schönheits-Reise alles sauber abgeklärt. Bei ihnen lief alles gut und sie sind zufrieden mit dem Ergebnis – etwas unterschätzt hätten sie die Eingriffe aber schon.
Allerdings: Bis die beiden das fertige Resultat sehen, müssen sie sich gedulden. Bei Gisela dauert es ein halbes Jahr, bis ihre Brüste verheilt sind und ihre Form gefunden haben. Flavios Frisur benötigt bis zu einem Jahr, um nachzuwachsen.