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Restless legs - Leben mit den ruhelosen Beinen
Aus Puls vom 06.10.2014.
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Das Mysterium der zappelnden Beine

Zappeln bis zur Erschöpfung: Das klingt exotisch, «Restless legs» betreffen aber gut zehn Prozent der Bevölkerung. Trotzdem ist die Erkrankung in weiten Teilen ein Mysterium.

Das Phänomen ist alles andere als neu. Bereits in den Schriften des englischen Arztes Thomas Willis aus dem 17. Jahrhundert findet sich eine exakte Beschreibung, wie sich die Krankheit darstellt:

Wohingegen bei einigen, wenn im Bett sie sich zum Schlafen begeben, sich in den Armen und Beinen ein Springen und Zusammenziehen der Sehnen und eine so grosse Rastlosigkeit und Herumschleudern der Glieder sich einstellen, dass die Erkrankten nicht mehr schlafen können, als wenn sie in einem Ort grösster Folter wären.
Autor: Karl-Axel Ekbom Neurologe

Auch danach taucht das Syndrom sporadisch in medizinischen Schriften auf, oft als «Unruhe der Füsse» oder «Ruhelosigkeit des Unterschenkels» bezeichnet. Erst 1945 wurden diese Symptome jedoch als eigentliche Krankheit anerkannt: In einer grösseren Schrift beschrieb der schwedische Neurologe Karl-Axel Ekbom die Eigenheiten der Erkrankung sehr genau, und gab ihr den Namen «Restless-legs-Syndrome». Schon er bemerkte die relativ grosse Verbreitung dieser Beschwerden in der Bevölkerung.

Erst in den späten 80er-Jahren begannen allerdings Wissenschaftler, das Phänomen eingehend zu erforschen und entdeckten die erstaunlich gute Wirksamkeit des Hirnbotenstoffs Dopamin. Damit war endlich eine gerichtete Behandlung möglich. Trotzdem sollte es noch bis in die späten 90er-Jahre dauern, bis die Krankheit auch unter Ärzten so bekannt war, dass Betroffene korrekt diagnostiziert und behandelt wurden. Heutzutage ist die Fachwelt mit der Krankheit vertraut und weitere Forschungen laufen auf Hochtouren – und doch bleibt vieles nach wie vor ein Mysterium.

Die Frage des Dopamins

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«Restless Legs» – was tun?
04:24 min, aus Ratgeber vom 06.10.2014.
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Dopamin ist ein Botenstoff, der im Körper verschiedene Funktionen hat. Einerseits wird es bei körperlicher Aktivität oder Stress aus der Nebenniere ins Blut ausgeschüttet und reguliert den Herzschlag und die Durchblutung. Andererseits wirkt Dopamin aber auch im Hirn und Rückenmark als Überträgersubstanz und gibt Impulse von einer Nervenzelle zur nächsten weiter. Unterschiedlichste Nervenzellen im Hirn verwenden Dopamin als Überträgersubstanz – so kann Dopamin Bewegungen, Empfindungen, aber auch die Stimmung beeinflussen.

Bei der Parkinson’schen Krankheit konnte als Ursache klar ein Untergang dopaminhaltiger Nervenzellen an einem ganz bestimmten Ort im Hirn gezeigt werden, der Substantia nigra. Man versuchte die Behandlung mit Dopamin und hatte Erfolg. Beim Restless-legs-Syndrom lief es genau umgekehrt: Dort beobachteten Ärzte, dass eine Dopaminbehandlung ebenfalls Restless-legs-Symptome mildert. Nur aus dieser Beobachtung leitet sich die Hypothese ab, dass auch hier eine Störung des Dopaminstoffwechsels vorliege. Zahlreiche Forschungen konnten jedoch für das Restless-legs-Syndrom nie überzeugend einen Ort im Hirn oder Rückenmark ausmachen, wo effektiv ein Dopaminmangel herrschte. Nach gut 30 Jahren Forschung bleibt der einzige «Beweis» für die Dopaminhypothese, dass Dopamin als Medikament wirksam ist.

Die Frage des Eisens

Aktuellste Forschungsresultate sprechen vor allem für eine Störung des Eisenstoffwechsels im Hirn als eigentliche Grundlage des Syndroms. Und interessanterweise ist das Eisen an der Herstellung von Dopamin im Hirn mitbeteiligt. Ebenfalls würde das die klinische Beobachtung erklären, dass Patienten mit Eisenmangel tatsächlich überdurchschnittlich häufig an Restless legs leiden. Korrigiert man bei solchen Patienten die Eisenwerte, verschwinden ihre Beschwerden. Die meisten Patienten haben jedoch völlig normale Eisenwerte – und ein Anheben des Eisens auf überdurchschnittliche hohe Werte bringt ebenfalls nur selten Erfolg.

Die Frage der Ursache

Warum gut jeder 50. Mensch ein behandlungsbedürftiges Restless-legs-Syndrom entwickelt, weiss man bis heute nicht. Zwar sind fünf mögliche Auslöser des Restless-legs-Syndroms bekannt: Eisenmangel, schwere Nierenerkrankungen, Schwangerschaft, Nervenerkrankungen (Polyneuropathie) und Medikamente. Im Grossteil der Fälle findet sich jedoch kein Auslöser. Fest steht nur, dass Frauen häufiger betroffen sind als Männer, und nördlichere Völker häufiger als südliche. Eine starke genetische Komponente dürfte vorhanden sein, denn über die Hälfte der Patienten haben weitere Betroffene in der Familie. Es gibt sogar Familien, wo in jeder Generation mehrere Mitglieder betroffen sind. In genetischen Analysen solcher Familien wurden aber seltsamerweise dennoch bis heute keine Gene gefunden, die die starke Erblichkeit der Erkrankung erklären könnten. Auch bei eineiigen Zwillingen leiden längst nicht immer beide am Restless-legs-Syndrom: Die Übereinstimmungsrate liegt gerade einmal bei 60 Prozent. Es muss also neben den Genen weitere Faktoren geben, die zum Ausbruch der Krankheit führen – hier rätseln Experten ebenso wie Betroffene.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Marianne Weber , Kirchlindach
    Leide ich nachts unter restless-legs weiss ich dass ich tagsüber zu wenig getrunken habe. Ein Glas Wasser oder mehr wirkt bei mir sehr gut! Seit ich das weiss trinke ich vor dem Schlafen noch genug.... den Gang nachts aufs WC nehme ich gerne in Kauf!
  • Kommentar von Julia Geissberger , 8610 Uster
    Die Symptome sind für ca. 3 Monate praktisch ganz verschwunden, seit ich Vitamin B Komplex nehme. Allerdings, wie in der Sendung erzählt, lässt die Wirkung auch hier langsam nach. Ich nutze die Zeit nachts zum Atemübungen oder sogar Kraftübungen zu machen, wofür ich mir tagsüber keine Zeit nehme. Darüber muss ich manchmal lachen! Ich kenn aber auch die tiefe körperliche und psychische Erschöpfung, die aus dem wenigen Schlaf erfolgt.
  • Kommentar von pietro di comun , worb
    Hanf hilft sicher
    1. Antwort von Marc Frei , Kt. LU
      Und wie wird Hanf verabreicht?
    2. Antwort von philip balsiger , Seedorf
      @Marc Frei, LU: http://www.srf.ch/gesundheit/gesundheitswesen/cannabis-als-arznei-kaum-umstritten-kaum-genutzt