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Krebsvorsorge - zu oft zum Abstrich?
Aus Puls vom 26.09.2016.
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Fünf Fragen zur gynäkologischen Vorsorge

Frauen gehen nicht gern – aber dennoch regelmässig. Die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung gehört einfach dazu.

Ab wann sollten Frauen zur Vorsorgeuntersuchung?

Frauen ab 18 Jahren oder nach Beginn der sexuellen Aktivität sollten den Frauenarzt aufsuchen.

Wie oft macht eine gynäkologische Untersuchung Sinn?

Die gynäkologische Untersuchung ist in erster Linie eine Vorsorgeuntersuchung. Wenn Frauen regelmässig gehen, kann der Arzt frühzeitig bösartige Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane feststellen. Andererseits lautet die Empfehlung, die ersten beiden Untersuchungen im Jahresintervall vorzunehmen. Danach sollte alle drei Jahre eine Krebsvorsorge gemacht werden. Treten dazwischen keine Probleme oder Fragen auf, reicht ein Frauenarztbesuch alle drei Jahre aus.

Welche Symptome machen einen Arztbesuch ratsam?

  • Brennen, Rötungen oder Jucken in der Scheide, egal, ob beim Wasserlösen oder beim Sex
  • Ungewöhnlicher, verstärkter oder unangenehm riechender Ausfluss aus der Scheide
  • Schmerzen im inneren oder äusseren Intimbereich
  • Sehr starke Regelblutungen
  • Veränderungen der Brust
  • Zwischen- oder Schmierblutungen, vor allem nach den Wechseljahren
  • Veränderungen des Zyklus

Was gehört zur Vorsorgeuntersuchung?

  • Vorgespräch: Jede gynäkologische Untersuchung beginnt mit einem Gespräch. Dort fragt der Arzt gezielt nach Beschwerden im gynäkologischen Bereich. Auffälligkeiten werden zur weiteren Beobachtung notiert.
  • Untersuchung: Bei der Untersuchung auf dem gynäkologischen Stuhl betrachtet die Ärztin die äusseren Genitalorgane. Anschliessend untersucht sie den Gebärmutterhals mit dem äusseren Muttermund und entnimmt einen Krebsabstrich.
  • Der Krebsabstrich (Pap-Abstrich): Am Gebärmutterhals entnimmt der Arzt mit einer Bürste oder einem Wattestäbchen Schleimhaut. Diese Probe wird in ein zytologisches Labor geschickt und dort nach entarteten Zellen, einer Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs gesucht. Dies ist insbesondere wichtig, weil Vorstufen von bösartigen Gebärmutterhalsveränderungen von der Frau nicht selbst erkannt werden können, da sie keine Symptome verursachen. Ist der Abstrich negativ, kann die Frau laut Empfehlungen der gynäkologischen Gesellschaft zwei bis drei Jahre warten bis zum nächsten Abstrich. Ist der Pap-Abstrich positiv, wird die Frau engmaschiger kontrolliert, um die entarteten Zellen weiter zu beobachten.
  • Untersuchung durch Abtasten: Durch Abtasten im Unterleib beurteilt der Arzt die Grösse, Form und Beweglichkeit der Gebärmutter. Veränderungen im Bereiche der Eierstöcke versucht der Arzt ebenfalls zu ertasten. Spätestens ab dem 40. Altersjahr wird auch der Enddarm untersucht. Jede gynäkologische Vorsorgeuntersuchung wird meistens ergänzt durch eine ausführliche Untersuchung der Brüste. Auch hier sucht der Frauenarzt durch tasten nach Knoten in der Brust. Bei dieser Gelegenheit kann die Patientin lernen, wie sie ihre Brüste selbst untersuchen kann.

Wer bezahlt die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung?

In der Schweiz übernimmt die Grundversicherung der Krankenkasse auch die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung inklusive Krebsabstrich – die ersten beiden Untersuchungen im Jahresintervall, danach deckt sie die Kosten der Untersuchungen nur alle drei Jahre. In den Zwischenjahren werden allfällige Kosten von der Zusatzversicherung übernommen. Bei jeder eintreffenden Rechnung muss der Versicherte also prüfen, ob ein Anspruch aus der Grundversicherung oder aus der Zusatzversicherung besteht.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Jeder Mensch, kennt eigentlich seinen Körper, da er in diesem lebt. Die bewusste Eigenwahrnehmung, ist prioritär und präventiv wichtig. Kein anderer Mensch, kein Arzt kann sich in den Körper eines andern Menschen versetzen. Daher ist die Eigenwahrnehmung und die Sorgfalt im Umgang mit dem eigenen Körper eminent wichtig. Dies mindert die Notwendigkeit, zum Arzt für irgendwelche "Pro-Forma-Untersuchungen" zu gehen, welche meist auch mit Ängsten verbunden sind. Auf den Körper hören, ist die Devise.
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Weshalb gibt es eigentlich kaum Frauen-Ärztinnen, was eigentlich naheliegend, wäre, da diese sich identifizieren können, mit all den Fragen der Frauen?
  • Kommentar von pablo neruda  (ekptosis)
    Liebes SRF, es gibt auch Frauen, die den Beruf der Frauenärztin ausführen. Es wäre schön, diese Tatsache auch in der Sprache des Beitrages reflektiert zu sehen.