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In den Niederlanden Erstmals Vogelgrippe bei Kuh in Europa nachgewiesen

Es handelt sich um den ersten bestätigten Fall ausserhalb der USA. Was bedeutet das für Europa?

Es war eine tote Katze, die auf die Spur des Virus führte. Sie starb am 26. Dezember auf einem Milchviehhof in Friesland in den Niederlanden. Sie wurde untersucht – und es liess sich eine Infektion mit H5N1 nachweisen.

Es ist das Virus, das seit gut zwei Jahren in den USA von Viehbetrieb zu Viehbetrieb wandert, von Kuh zu Kuh, Euterentzündungen hervorruft und die Milch der Tiere gelblich und dickflüssig werden lässt.

Drei Kühe in einem Stall mit Gitterabtrennung.
Legende: In den USA hat das Virus laut Experten inzwischen einen Grossteil der Herden durchseucht und spürbaren wirtschaftlichen Schaden angerichtet. Nun wurde es auch in Europa nachgewiesen. Imago/Cavan Images (Symbolbild)

In den USA wurde wenig unternommen, um das Virus aufzuhalten. In Europa umso mehr. Die europäische Überwachung ist gut – in der Schweiz und in der EU. Das war und ist die Einschätzung von Experten.

Die gute Nachricht

Und nun doch: Am 15. Januar untersuchten die Behörden mehrere Kühe des Betriebs in Friesland. Eine Kuh hatte tatsächlich Antikörper gegen H5N1. Heisst: Das Tier hat die Infektion durchgemacht. Dazu passt, dass ihr Euter im Dezember entzündet gewesen war und sie Probleme mit dem Atmen hatte.

Weitere Tests stehen noch aus, aber schon jetzt ist klar: Es handelt sich eher um einen Einzelfall. Das Virus hat das eine Tier infiziert, vielleicht auch einige mehr, sich aber nicht rasend im Betrieb ausgebreitet. Das ist eine gute Nachricht.

Droht weitere Ausbreitung?

Offen bleibt: Wie kam das Virus in den Betrieb? Und: Könnte das so oder ähnlich auch in der Schweiz passieren? Ein wichtiger Faktor ist, dass die Vogelgrippe unter Wildvögeln in vielen Regionen Europas inzwischen stark und dauerhaft verbreitet ist. Zuletzt waren im November in Norddeutschland, Ostdeutschland und den Niederlanden vor allem Kraniche plötzlich massenhaft erkrankt und gestorben.

Doch das war nur die Spitze des Eisbergs. Eine gewaltige, aber kaum erkennbare Infektionswelle bei Wildvögeln fege durch Europa, sagte damals Martin Beer, Experte am deutschen Friedrich-Loeffler-Institut. Eine Studie in den Niederlanden zeigte zum Beispiel, dass dort bis zu 25 Prozent der Wildenten im Laufe des Herbstes betroffen waren.

Viele Wildvögel bereits immun

Der Grund ist, dass viele Wildvögel die Vogelgrippe nun schon mindestens einmal durchgemacht haben. Sie sind mehr oder minder immun. Wenn sie sich infizieren, erkranken und sterben sie kaum noch. Das Virus ist da, fällt aber niemandem auf.

Viele Wildvögel um den Hof in Friesland tragen das Virus also in sich. Der Weg zu den Kühen könnte über infizierten Kot verlaufen sein, der Futter, Wasser oder das Melkgeschirr verunreinigt hat.

Die Devise: wachsam bleiben

Für die Schweiz gilt: Die starken Ausbrüche unter Kranichen hat es hier nicht gegeben. Eine Untersuchung am Bodensee fand in Schwänen keine einzige Infektion. Es gab zwar schweizweit einige Fälle bei Gänsen, Enten und einem Schwan, doch sie blieben vereinzelt.

Eine wichtige Voraussetzung für Übertragungen, die massenhafte Verbreitung des Virus in Wildvögeln, scheint für die Schweiz also nicht gegeben. Das Fazit: wachsam bleiben. 

Echo der Zeit, 27.1.2026, 18 Uhr;brus

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