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Kampf gegen HIV Nach US-Hilfsstopp: HIV-Behandlung in Südafrika unter Druck

HIV-Aids-Aktivisten fühlten sich schon fast auf der Zielgerade in ihrem Kampf gegen Aids. Dann kam US-Präsident Trump und mit ihm das Ende der US-Hilfe. Die Folgen wiegen schwer. Zum Beispiel in Südafrika, wo mit 8 Millionen Menschen die meisten HIV-Positiven der Welt leben.

Seit Jahrzehnten engagiert sich Mzamo Zondi als HIV-Aktivist in Südafrika. Mit 17 Jahren hat er sich der Treatment Action Campaign (TAC) angeschlossen. «Jede Dekade hatte ihre Herausforderung», sagt Zondi. Die TAC kämpfte für eine wissenschaftlich fundierte HIV-Behandlung, für bezahlbare Medikamente und Prävention, gegen Mythen und für stigmatisierte Risikogruppen.

Die Lebenserwartung ist stark gestiegen.
Autor: Mzamo Zondi HIV-Aktivist

Heute hat Südafrika das grösste Behandlungsprogramm der Welt. Darauf ist Zondi stolz: «Über sechs Millionen HIV-Infizierte Menschen sind in Behandlung. Die Lebenserwartung ist stark gestiegen.»

US-Geld-Stopp bedroht Fortschritte

Doch seit die USA von einem Tag auf den anderen die Finanzierung langjähriger Programme einstellte, sind die Fortschritte in Gefahr. Laut UNAIDS könnte eine dauerhafte Einstellung dieser Programme bis 2030 zu sechs Millionen zusätzlicher HIV-Infektionen und vier Millionen weiterer Aids-bedingter Todesfällen führen.

Südafrika sei zwar nicht abhängig von der US-Hilfe gewesen, sagt Zondi. «Aber unsere Regierung hat es sich damit bequem eingerichtet.»

Nun gibt es zwar keine Engpässe bei HIV-Medikamenten – die finanziert Südafrika im Gegensatz zu vielen anderen afrikanischen Staaten selbst. Aber es mangelt an Personal: Etwa 15’000 Stellen wurden mit US-Geldern bezahlt und fehlen nun in Kliniken, in Forschungslaboren, in den Communities und Nichtregierungsorganisationen wie der TAC.

Fehlendes Klinikpersonal

Auch Zondi verlor seine langjährige Festanstellung als TAC-Provinzmanager in Kwazulu-Natal. Trotzdem ist er jeden Tag freiwillig für die TAC unterwegs. «Es geht schliesslich darum, Leben zu retten.» Der Aktivist betritt den Innenhof einer Klinik in der Provinzhauptstadt Pietermaritzburg.

HIV-Aids-Zahlen

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Etwa 1.3 Millionen Menschen haben sich 2024 mit HIV infiziert. Das sind 40 Prozent weniger als im Jahr 2010. Die Hälfte aller HIV-Infektionen betrifft Menschen in Subsahara-Afrika, vor allem Mädchen und junge Frauen.

Durch HIV-Tests und Behandlungen sind Aids-bedingte Todesfälle gegenüber 2010 um die Hälfte gesunken, in den Ländern Subsahara-Afrikas sogar um 60 Prozent.

Etwa dreiviertel der weltweit 40.8 Millionen Menschen mit HIV haben 2024 antiretrovirale Medikamente erhalten. Bei fast 30 Millionen war die Viruslast unterdrückt, das heisst, sie sind nicht mehr ansteckend.

Quelle: UNAIDS, 2025

Er ist voll, fast alle Holzbänke und Plastikstühle sind besetzt. Patienten und Patientinnen warteten teils den ganzen Tag auf ein neues Rezept, sagt Zondi. «Wir bitten sie, geduldig zu sein.» Denn wer seine Behandlung unterbricht oder abbricht, wird wieder ansteckend, kann Resistenzen entwickeln und an Aids sterben.

Versorgung unter Druck

In einem kleinen Zimmer organisiert eine Mitarbeiterin umtriebig die Verlegung von zwei Patienten. Auf ihren Unterarmen kleben Barcodes für Laboruntersuchungen. Trotz hoher Arbeitsbelastung spricht sie über ihren Alltag: «Wir arbeiten unter enormem Druck, weil wir so viele Mitarbeitende verloren haben. Alle machen alles, überall wird jemand gebraucht.»

Früher fuhren sie noch raus, mit mobilen Kliniken, aber jetzt fehlten dafür die Mittel und das Personal. «Die Patienten müssen also zu uns in die Klinik kommen.»

Die Zahl der HIV-Tests sei recht stabil geblieben. die Neuinfektionen stiegen bislang weniger drastisch, als befürchtet, sagt sie. Das entspricht den jüngsten landesweiten Statistiken. «Noch nicht», kommentiert Zondi. Es sei besorgniserregend, dass Südafrikas Behandlungsprogramm 2025 so langsam gewachsen ist, wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Trotz knapper Staatskassen müsse die Regierung jetzt Prioritäten setzen, die dem Bedarf entsprächen: «mobile Gesundheitsdienste, flächendeckende Präventionsprogramme, Aufklärung über die Behandlung». Es herrsche dringender Handlungsbedarf, sagt Mzamo Zondi. Der Kampf gehe weiter.

HIV/Aids-Epidemie in Südafrika

Radio SRF 1, Echo der Zeit, 01.06.2026, 18:00 Uhr

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