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Legende: Paracetamol steht unter Verdacht, bei einer Schwangerschaft das ADHS-Risiko des Kindes markant zu erhöhen. imago
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Paracetamol unter ADHS-Verdacht

Rezeptfreie Schmerzmittel, die in jeder Apotheke erhältlich sind, finden sich in fast jedem Medikamentenschrank. Sie gelten als sehr sicher und zeigen kaum Nebenwirkungen. Doch eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht.

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Paracetamol
02:37 min, aus 100 Sekunden Wissen vom 04.11.2014.
abspielen. Laufzeit 02:37 Minuten.

Unter den rezeptfreien Schmerzmitteln gelten Paracetamol-Präparate als besonders verträglich – vor allem wenn es um eine speziell empfindliche Patientengruppe geht: die schwangeren Frauen. Die meisten Medikamente gelangen bei einer Schwangerschaft durch die Plazenta in das ungeborene Kind. Deshalb sollten Schwangere besonders vorsichtig sein, da allenfalls der Fötus geschädigt werden kann.

Paracetamol – vertrieben beispielsweise unter den Markennamen «Panadol» oder «Dafalgan» – wird als für Schwangere besonders gut verträgliches Schmerzmittel angepriesen. Empfohlen auch von Ärzten als Alternative zu anderen Präparaten wie etwa Aspirin.

Dabei galt Paracetamol im Jahre 1887, als es erstmals von Menschen geschluckt wurde, noch als sehr schlecht verträglich und geriet deshalb auch rasch wieder in Vergessenheit. Für die Nebenwirkungen, so zeigte sich später, waren aber Verunreinigungen verantwortlich gewesen. Diese griffen das Eisen in den roten Blutkörperchen an, die Folgen waren eine Verdunkelung der Haut und blaue Lippen.

Seit den 1950er Jahren sind nun einwandfrei hergestellte Paracetamol-Präparate erhältlich. Unbedenklich war Paracetamol allerdings nie: In hohen Dosen wirkt es beispielsweise stark leberschädigend. Und zwei grossangelegte skandinavische Studien bei schwangeren Frauen zeigen nun, dass Paracetamol im Verdacht steht, das Risiko für das «Zappelphilipp-Syndrom» ADHS bei Kindern zu erhöhen.

Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic, das unter anderem auch für die Beipackzettel von Medikamenten zuständig ist, überlegt sich deshalb eine Anpassung der Warnungen für Schwangere. Bis jetzt steht auf dem Zettel: «Das Risiko einer Paracetamol-Einnahme während der Schwangerschaft in korrekter Dosierung gilt zur Zeit als gering.» Könnte sein, dass sich diese Zeiten bald ändern.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Loris Saxer , Zūrich
    Das sichere Phenacetin ist ausser Handel. Bei 10 jåhrigem tåglichem Missbrauch gab es Probleme. Bekannt ist dass Paracetamol bei (einmalig >8 Tab.) Organschåden verursachen kann.weshalb wird P. so hochgejubelt. (Staat drūckt den Preis, Missbrauch eher fördert als verhindert.)Die Medi-Liberalisierung zum Grossverteiler ist ebenso falsch.Abgabebeschrånkung beim SD-Arzt und mehr staatliche Kompetenzen für den Spezialisten für Medikamente ist zu empfehlen. Spezialist ist übrigens der Apotheker
    1. Antwort von Kurt Portmann , Stein am Rhein
      Das ist nichts anderes als Werbung für Apotheken
  • Kommentar von Hans Vader , CH
    Wie wäre es dann mit Marihuana? Dann fallen auch die letzten Risiken weg. Oder will die Pharmaindustrie einfach ihren teureren Mist verkaufen?
    1. Antwort von Loris Saxer , Zürich
      Der Preis für Marihuana ist wohl teurer. Paracetamol ist unter Fr.3.00 erhåltlich. Zudem Schmerzen sind für die wenigsten ein Genuss. Wie ist das bei M. Genau deshalb nicht auf Krankenkasse.
    2. Antwort von W. Meier , BL
      Ja, nehmen wir doch Marihuana, besonders während der Schwangerschaft. So sind schon die kleinen Babys bekifft und merken erst gar nicht, was alles um sie herum geschieht.