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Richtig handeln am Unfallort
Aus Ratgeber vom 26.08.2015.
abspielen. Laufzeit 04:24 Minuten.
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Richtig handeln Unfall – Was tun?

Eigentlich ist jeder stärker motorisierte Verkehrsteilnehmer in Erster Hilfe ausgebildet. Doch meist liegt der Kurs schon lange zurück. Wie verhält man sich richtig, wenn man als erster auf eine Unfallstelle mit Verletzten trifft?

Wer ein Motorrad, Auto oder noch schwereres Gefährt im Verkehr bewegt, hat im Rahmen seiner Fahrausbildung einen Nothelferkurs besucht. Theoretisch sind also auch alle für den Ernstfall gerüstet. Doch für die meisten ist der Kurs schon lange her, Vieles ist in Vergessenheit geraten. Dazu kommt, dass sich die erste Hilfe in den letzten Jahren stark verändert hat.

Stärker in den Fokus gerückt ist beispielsweise das Tempo, mit dem Nothilfe geleistet werden sollte, weil die Herz-Kreislauf-Notfälle deutlich zugenommen haben. Hiess früher die Empfehlung, zunächst einmal nur zu beatmen, lautet heute die Richtlinie: bei Atemstillstand so schnell wie möglich mit der Herzdruckmassage beginnen.

Dabei ist es unwesentlich, ob sie von Laien oder Experten durchgeführt wird, denn auch eine unprofessionelle Herzdruckmassage verbessert die Blutversorgung des Gehirns und anderer Organe. Jede Form von Thoraxmassage ist damit besser als keine – idealerweise kombiniert mit der Beatmung. Die Gesundheitsschule der Schweiz hat das Wichtigste zur Reanimation in ein kurzes Video verpackt:

Unüberlegtes Handeln ist gefährlich

Bevor mit lebensrettenden Massnahmen begonnen wird, muss jedoch die Unfallstelle überschaut und gesichert werden. So wird das Risiko von Folgeunfällen verringert und sind bei der Alarmierung der professionellen Rettungsdienste die nötigen Informationen vorhanden. Die bfu-Aktion «Ritter der Strasse» propagiert dafür das Schema «Schauen. Denken. Handeln.»

  1. Schauen: Was ist geschehen? Wer ist betroffen? Gibt es Verletzte?
  2. Denken: Drohen auf der Unfallstelle weitere Gefahren? Opfer, Helfer und andere vor Folgeunfällen schützen!
  3. Handeln: Sichern Sie sich selbst (Warnweste anziehen) und die die Unfallstelle (Warnblinker, Pannendreieck). Erste Hilfe leisten und SOS-Notrufnummer 112 alarmieren.

Wichtig: Wenn am Unfallort bereits genügend Personen vor Ort am Helfen sind: Fahren Sie weiter und behindern Sie die Arbeiten nicht, indem Sie gaffen!

Die wichtigsten Punkte der Ersten Hilfe

  • Prüfen, ob die verunglückte Person bei Bewusstsein ist und atmet.
  • Bei Atemstillstand: Herzdruckmassage, Beatmung, wenn vorhanden Einsatz eines AED-Geräts (ein automatisierter externer Defibrillator, wie beispielsweise an vielen Bahnsteigen deponiert. Er ersetzt nicht die Herzdruckmassage). Bei der Herzdruckmassage nach modernem Standard folgen auf 30 Kompressionen zwei Beatmungen.
  • Bei Bewusstlosigkeit mit Atmung: stabile Seitenlage und Beobachtung sicherstellen.

Der Schweizerische Samariterbund stellt auf seiner Website zahlreiche Infos und Tipps zur Ersten Hilfe – allgemein und situationsbezogen – zur Verfügung. Interessant für Smartphonebesitzer ist die Gratis-App «Erste Hilfe» (iOS und Android, verschiedene Sprachversionen) des Schweizerischen Roten Kreuzes.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Stenz  (Blochi)
    Ich würde Punkt 1 vor Punkt 2 ziehen. Eigensicherung, inkl. Insassen z.B. Familie, erst dann weitere Schritte unternehmen.
    Stehe still und sammle Dich.
    Sichern jetzt.
    Bin ich sicher?
    Aufs hoff gelingt.
  • Kommentar von Benjamin Schlegel  (Benjamin Schlegel)
    "Bei Bewusstlosigkeit mit Atmung: stabile Seitenlage und Beobachtung sicherstellen." Grundsätzlich richtig, sollte jeodch nur gemacht werden, wenn ausgeschlossen werden kann, dass die Person keine Verletzung an der Wirbelsäule hat. Andernfalls kann eine falsche Bewegung das Rückenmark ganz beschädigen. Solange jemand bei der Person ist, kann im Notfall (Erbrechen o. ähnlichem) eingeriffen werden. Seitenlage aber immer, wenn niemand bei der Person bleiben kann. Wurde uns im SAC Kurs beigebracht.
  • Kommentar von W. Pip  (W. Pip)
    Das mit den Notrufnummern, liebes SRF, ist ein zweischneidiges Schwert: die 112 als einzige Notrufnummer zu propagieren, kann auch mal wertvolle Minuten kosten. Denn wer in der Schweiz die 112 wählt, wird automatisch zur Polizei weitergeleitet, und die organisieren dann den Rettungsdienst. Die 144 hingegen geht direkt an die zuständige LOKALE Notruf-Zentrale. Andererseits lässt sich nur 112 von einem gesperrten oder SIM-losen Telefon aus oder via Fremdnetz Hilfe holen.