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Thailändische Freundlichkeit gegen das Vergessen
Aus Musikwelle Magazin vom 05.09.2013.
abspielen. Laufzeit 06:45 Minuten.
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Thailändische Freundlichkeit gegen das Vergessen

Thailand dient immer mehr Schweizer Demenzkranken als willkommener Zufluchtsort. Der Aufenthalt in einem Pflegeheim im «Land des Lächelns» ist erschwinglich, die Pflege freundlich und kompetent. Ein Nachteil ist die Entfernung. Aber es kann funktionieren.

In der Schweiz leben mehr als hunderttausend Menschen mit Demenz. Diese Zahl soll sich laut Experten bis 2050 sogar verdreifachen. Pflegeheime, Spitex etc. stossen bald an ihre Grenzen. Schon jetzt ziehen es viele Betroffene vor, sich in Thailand umsorgen zu lassen.

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Mit Alzheimer in Thailand
Aus Fortsetzung folgt vom 15.04.2011.
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Sowohl für die Demenzkranken selber als auch für ihre Angehörigen ist es dennoch ein schwerer Schritt. Martin Woodtli entschloss sich 2002 dazu, seine an Alzheimer erkrankte Mutter nach Thailand zu bringen.

Aufgrund seiner positiven Erfahrungen gründete er ein eigenes Alzheimer-Zentrum in Chiang Mai. Anders als man es von hiesigen Pflegezentren kennt, leben die Demenzkranken nicht in einem einzigen Komplex, sondern mitten im Dorf.

In insgesamt acht Häusern sind jeweils zwei Patientinnen oder Patienten untergebracht, wo sie rund um die Uhr von ihren Betreuerinnen umsorgt werden. Dabei sind sie voll im Dorfleben integriert und geniessen die sozialen Kontakte mit der Bevölkerung.

Martin Woodtli sieht die Pflegebedürftigen denn auch mehr als Gäste. In der Schweiz wäre dieser Rundum-Service nur schwerlich zu bezahlen. In Chiang Mai fallen dafür pro Monat lediglich 3500 Franken an.

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Ganzes Interview Martin Woodtli
12:47 min, aus Musik MW vom 03.09.2013.
abspielen. Laufzeit 12:47 Minuten.

Auch wenn die Betreuer der deutschen Sprache nicht mächtig sind, klappt alles reibungslos. Man redet halt so wie einem der Schnabel gewachsen ist und versteht sich dennoch.

Ich durfte sehr schnell feststellen, dass meine Mutter ihre Heimat ‹geografisch› nicht vermisste.
Autor: Martin Woodtli

Auch die kulturellen Unterschiede sind laut Woodtli kein Hindernis. Einziger Makel ist die Distanz zu den Angehörigen. Ausserdem sollte man sich im subtropischen Klima Thailands wohlfühlen.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von P. Bucher , Zürich
    @ Othmar Walser, haben wir dann menschenunwürdige Lösungen in der Schweiz!? "Die Hunde bellen, die Karawanen ziehen vorbei" ist aus meiner Sicht ja eine extrem vielsagende Stimme! lol
  • Kommentar von Othmar Walser , Bregenz
    Die Hunde bellen, die Karawanen ziehen vorbei. Daran denke ich wenn ich die nichtssagenden Stimmen der Gutmenschen höre, die immer nur von „Abschieben / Ausnutzen“ oder weiss ich was anlässlich der Betreuung von Demenzkranken in Südostasien sprechen. Als Ansprechpartner für das Mabuhaii Nursing Home auf den Philippinen kann ich nur die Aussagen und Erfahrungswerte von Herrn Martin Woodtli bestätigen. Egal ob Thailand oder die Philippinen, es geht um menschenwürdige Lösungen!
  • Kommentar von Martin Woodtli , Chiang Mai, Thailand
    Als Pionier und Initiator dieses aussergewöhnlichen Betreuungsmodells in Thailand habe ich vollstes Verständnis für die kritischen Stimmen. Ich bin auch der Meinung, dass wir unsere Demenzkranken nicht systematisch "nach Thailand schicken" sollten. Mein Angebot betrachte ich als Nische. Vielmehr als Aufforderung, neue Wege in der Pflege zu suchen. Ich bin in Thailand gelandet, weil dies nunmal zu meiner Biografie gehört. Suchen wir neue menschenwürdige Formen! Egal wo!