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Überleben nach Krebs Leben nach dem Krebs: Das unsichtbare Leiden der Cancer Survivors

In der Schweiz gibt es bald eine halbe Million Cancer Survivors. Nach der Krebserkrankung kämpfen die Überlebenden häufig mit Fatigue, Konzentrationsschwierigkeiten, körperlichen Veränderungen und einer angeschlagenen Psyche.

Fatigue

Wer hört nicht in seinem Bekannten- oder Freundeskreis: Ich bin müde. Ich brauche mehr Schlaf. «Cancer Survivors erleben oft eine emotionale, körperliche und psychische Müdigkeit gleichzeitig», sagt Sarah Stoll, Pflegefachfrau und Fachberaterin Cancer Survivorship bei der Krebsliga Ostschweiz.

Die Ursachen der Fatigue seien unterschiedlich, sagt die Expertin: Da ist zum einen der Tumor, aber auch die psychische Belastung durch die Diagnose. Dazu kommen die Behandlungen oder hormonelle Veränderungen, die auch zur Müdigkeit beitragen können. Eine Müdigkeit, die bis hin zur Erschöpfung gehen kann.

«Helfen kann bei Fatigue eine Ergotherapie mit energiesparenden, energieerhaltenden oder energieerhöhenden Massnahmen.» Eine Fatigue kann auch Jahre nach der Behandlung auftreten. Dies erfordert auch Verständnis vom Umfeld, Angehörigen und Mitarbeitenden.

Die psychische Komponente

Nicht zu unterschätzen ist auch die Psyche, die oft Jahre nach der Erkrankung immer noch leidet. «Kein Wunder, ziehen sich Cancer Survivors oft zurück und verlieren dann nicht selten einen Teil ihres Umfeldes», sagt Stoll.

Die Angst, dass der Krebs zurückkommen könnte, ist bei Cancer Survivors real.
Autor: Sarah Stoll Fachberaterin Cancer Survivorship

Am belastendsten ist allerdings die Angst vor einem Rezidiv, einem Rückfall. «Die Angst, dass der Krebs zurückkommen könnte, ist bei Cancer Survivors real», sagt Stoll. Schliesslich hat ihr Körper schon einmal unbemerkt, im Stillen, eine Krebserkrankung produziert und damit die eigene Endlichkeit angezeigt. Wer den Tod in sich getragen hat, für den ist die Welt danach nicht mehr dieselbe.

Wichtig seien bei den Beratungen von Cancer Survivors, die mit psychischen Problemen kämpfen, die Angehörigen. Auch für sie ist der Umgang mit der Erkrankung ihrer Liebsten nicht einfach, weshalb Stoll sie jeweils kurzerhand zu den Beratungen dazu lädt.

Konzentrationsschwierigkeiten

Natürlich vergessen wir alle hin und wieder etwas. Aber bei Cancer Survivors geht es nicht um eine gewöhnliche Vergesslichkeit. «Cancer Survivors haben oft auch Jahre nach der Behandlung Mühe mit dem Gedächtnis», weiss Sarah Stoll.

Unterstützung für Cancer Survivors

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Rat finden Cancer Survivors und ihre Angehörigen für sämtliche Belange bei den regionalen Krebsligen oder dem Krebstelefon der Krebsliga Schweiz.

«Glücklicherweise lässt sich das Hirn trainieren», resümiert Stoll. Mit Ergotherapie – die auf Verschreibung hin von der Krankenkasse übernommen wird – liessen sich Konzentrationsschwierigkeiten mildern. Nützt die Ergotherapie nicht, folgt eine neuropsychologische Abklärung und Beratung.

Die Expertin betont: «Die Konzentrationsschwierigkeiten von Cancer Survivors sind nicht vergleichbar mit denjenigen von gesunden Menschen.» Stoll erzählt von Chefs, welche wegen Konzentrationsschwierigkeiten nach einer Krebserkrankung ihre Führungsposition verloren haben. Das wiederum kann sich auf die Psyche der Krebsüberlebenden auswirken.

Körperliche Veränderungen

Und dann sind da noch die körperlichen Veränderungen, die mit einer Krebserkrankung einhergehen können. Narben etwa, eine entfernte Brust, oder auch Inkontinenz- und Potenzprobleme nach einer Prostatakrebserkrankung.

So müssen etwa Männer mit einem Prostatakarzinom unter Umständen eine hormonelle Behandlung über sich ergehen lassen. Diese Männer nähmen häufig zu, klagten über Libidoverlust bis hin zur Osteoporose, sagt Stoll.

Radio SRF 1, Ratgeber, 03.07.2026, 11:20 Uhr

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