Allen voraus – Pioniere der Forschung

Sommerserie Pioniere: Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems? Genetische Scheren? Strom von der Sonne? Damit die Wissenschaft neue Gebiete erobert, braucht es Wegbereiter, Bahnbrecher, Vorkämpferinnen, die ausgetretene Pfade verlassen. Wir stellen wichtige Pioniere vor – von früher bis heute.

Schwarz-weiss-Zeichnung des Bakteriologen Robert Koch in seinem Labor. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mitbegründer der modernen Bakteriologie: Robert Koch erforschte den Milzbrand-Erreger und die Tuberkulose. 1905 erhielt er für seine Leistungen den Nobelpreis. Imago

Dass Albert Einstein das Verständnis von Raum und Zeit revolutioniert hat, dürften die meisten wissen. Vielleicht auch, dass Robert Koch irgendwie wichtig war in der Erforschung von Infektionskrankheiten. Doch wussten Sie, wer die Hygiene als medizinisch ernst zu nehmende Disziplin etabliert und damit Millionen von Leben gerettet hat?

Zeichnung des deutschen Hygienikers Max Pettenkofer Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Pionier der Hygiene: Max Pettenkofer (1818 - 1901) Imago

Irrtümer mit segensreichen Folgen

Es war Max von Pettenkofer. Mit seiner Forschung erreichte er, dass Ende des 19. Jahrhunderts in München eine Kanalisation gebaut und eine zentrale Trinkwasserversorgung eingerichtet wurde. So wurde München zur saubersten Stadt Europas.

Dabei fusste Max von Pettenkofers Engagement auf falschen wissenschaftlichen Annahmen: Er glaubte, nicht Bakterien, sondern in erster Linie die Umweltbedingungen – etwa ein dreckiger Boden – seien schuld an Krankheiten wie Cholera.

Max von Pettenkofer «bewies» dies seinem Widersacher Robert Koch, indem er selbst Cholera-Erreger schluckte, ohne daran zu erkranken. Allerdings hatte er dabei mehr Glück als Verstand, wie wir heute wissen.

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Pioniere – die Sommerserie

Jeden Samstag im «Wissenschaftsmagazin», um 12:40 Uhr auf SRF2 Kultur

  • 18. Juli: Die Solar-Pioniere der «Tour de Sol»
  • 25.Juli: Die Pharma-Gründerinnen aus Zürich
  • 1. August: Frauen auf Expeditionen
  • 8. August: Die Entdecker des ersten Exoplaneten
  • 15. August: Der Erfinder der Hygiene
  • 22. August: Die Entdeckerinnen der DNA-Schere

Von Kannibalen und Blutegel zur Gentechnik

Pionierwege führten früher oft auch in andere Länder, wo es viel zu entdecken gab. Und es waren aber nicht nur Männer in khakifarbenen Hemden und mit Tropenhelm, die sich ihren Weg durch den Dschungel bahnten. Auch Frauen gingen auf Expedition, wie beispielsweise die Witwe Mary Kingsley: Die britische Arzttochter watete im bodenlangen Trauerkleid durch Mangrovensümpfe, übernachtete bei Kannibalen übernachtete und kämpfte gegen Blutegel.

Von andern mutmasslichen Pioniertaten können wir heute noch nicht wissen, wohin sie genau führen werden. Ob die biochemische Methode mit der Abkürzung CRISPR/Cas, mit der sich Erbgut neu zusammensetzen lässt, die Gentechnik wirklich revolutionieren wird? Daran arbeiten jedenfalls die Forscherinnen Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna.

Ihnen und anderen Wissenschaftspionieren widmet das Wissenschaftsmagazin diesen Sommer eine Serie in sechs Teilen. Die Themen finden Sie in der Box auf der rechten Seite.