Grosser europäischer Forscherpreis geht nach Zürich

Wenn Nicola Spaldin sich neue Kombinationsmöglichkeiten für Atome ausdenkt, entstehen nicht selten die Materialien der Zukunft. Heute erhielt die ETH-Forscherin für ihre Arbeit einen der bedeutendsten europäischen Forscherpreise: den mit 750'000 Euro dotierten Körber-Preis. Ein Video-Porträt.

Video «Nicola Spaldin – auf der Suche nach den Materialien der Zukunft» abspielen

Nicola Spaldin – Suche nach den Materialien der Zukunft (nano)

5:14 min, vom 4.9.2015

Heute bekam die Materialforscherin Nicola Spaldin (46) den Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft 2015 verliehen. Im Hamburger Rathaus wird die britische Wissenschaftlerin für bahnbrechende Erkenntnisse in der Materialforschung ausgezeichnet.

Nicola Spaldin hat echte Pionierarbeit geleistet: Sie hat die theoretischen Grundlagen für die neuartige Stoffklasse der Multiferroika gelegt. Multiferroika sind kristalline chemische Verbindungen von Metallen und Sauerstoff, die sowohl auf elektrische als auch auf magnetische Felder reagieren.

Pionierin der digitalen Datenspeicherung

Zusatzinhalt überspringen

In Zusammenarbeit mit «nano», dem Wissenschaftsmagazin von 3sat.

Die magnetische Ordnung in diesen Kristallen lässt sich mit Hilfe elektrischer Felder beeinflussen. Damit sind Multiferroika prädestiniert für ultraschnelle, extrem kleine und sehr energieeffiziente Computer der Zukunft. Sie könnten das Silizium in den Chips ersetzen, dem die heutigen PCs und Smartphones ihre Rechenfähigkeit verdanken.

Seit 2011 lebt und forscht die studierte Chemikerin und Geologin in Zürich. In einem eigenen Labor an der ETH setzt sie ihre Theorie erstmals in die Praxis um und kreiert neuartige kristalline Stoffe mit multiferroischen Eigenschaften.