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Mensch Mehr Waffen = mehr Amokläufe? Studie sagt: Ja

Was viele vermuten, ist auch statistisch wahr: Zwischen Waffenbesitz und der Anzahl von Amokläufen mit Schusswaffen in einem Land besteht ein eindeutiger Zusammenhang. Das hat ein amerikanischer Forscher mit zahllosen Daten nachgewiesen – und einem scharfen Blick auf das eigene Land.

Herzen und Teddybären auf einer Strasse erinnern an die Opfer eines Amoklaufs in den USA.
Legende: 12 Todesopfer, 58 Menschen verletzt: Mit Herzen und Teddybären gedachte man der Opfer eines Amokläufers im Juli 2012 in Aurora im US-Bundesstaat Colorado. Keystone

Um den Zusammenhang zwischen Waffenbesitz und tödlicher Gewalt durch Amokläufe zu untersuchen, beschaffte Justizforscher Adam Lankford von der University of Alabama Daten der New Yorker Polizei, vom FBI und aus internationalen Quellen. Insgesamt analysierte er 171 Länder für die Zeit von 1966 bis 2012.

Das Resultat für Lankfords Heimat: Obwohl nur 5 Prozent aller Menschen auf der Welt US-Amerikaner sind, fanden 31 Prozent der «mass shootings» dort statt. Und international betrachtet: Wie er seine Daten auch drehte und wendete – der stärkste statistische Zusammenhang zur Gewalt war die Rate der Waffenbesitzer im jeweiligen Land.

Dass weltweit mehr Schusswaffen abgefeuert wurden, wenn mehr vorhanden waren, so Lankford, war zwar zu erwarten. «Aber ich war überrascht, dass die durchschnittliche Opferzahl in anderen Ländern höher war als in den USA, obwohl es hier so viele furchtbare Vorfälle gab.»

8 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Vader, Luzern
    Hier wird wohl versucht eine Kausalität zwischen Waffenbesitz und Amokläufen herzustellen. Aber beides hat nichts miteinander zu tun. Natürlich brauchen Amokläufer Waffen, aber die Probleme existieren auch ohne Waffen weiter und werden so auch nicht gelöst. Es ist ein gesellschaftliches Problem und da scheint in den USA einiges (noch bald mehr als hier) schief zu gehen.
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Gemäss Artikel von Newsweek sind Auslöser für diese Amokläufe in der Regeln Entlassungen, Schulverweise oder "negative soziale Interaktionen" (Mobbing durch Mitschüler, Kollegen, Vorgesetzte usw.), sowie eine psychische Krankheit. Was aber die psychische Krankheit sowie das Mobbing initiierten wird nicht erwähnt. Es ist m.E. daher anzunehmen, dass Amokläufe ein Indiz dafür ist wie konstruktiv oder ggf. destruktiv/manipulativ man in einer Gesellschaft miteinander umgeht.
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  • Kommentar von a.schmid, sevelen
    Liebes SRF, als nicht Waffenbesitzer noch Armeeangehöriger muss ich fragen warum wird eine Amerikanische Studie welches Amerika im Verhältnis zur Welt sieht, dann noch schlüsse zulassen welche nichts mit uns zu tun haben, publiziert? Mich stört dies aus 2 Gründen: 1. Die CH ist erwiesenermassen eine absolute Ausnahme im Verhältnis Waffenbesitz/Waffenmissbrauch. 2. Warum interessiert Euch und die USA immerfort? Danke für die Stellungnahme. Asien, Afrika jenseits der Klischees wären tolle Infos.
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    1. Antwort von SRF-Redaktion
      Vielen Dank für Ihren Kommentar. Leider konnten wir den Schweizer Aspekt (oder noch weitere Nationen) in dieser Meldung nicht behandeln, da wir in News-Meldungen ohne SRF-Sendebezug nicht mehr als 1000 Zeichen publizieren dürfen. Und weil der Schweizer Bezug differenzierter behandelt werden müsste als in einem kurzen Satz, haben wir darauf verzichtet. Bei Interesse finden Sie in einem Artikel von "Newsweek" detailliertere Informationen. Hier der Link: http://www.newsweek.com/study-sees-mass-shootings-exceptionally-american-problem-365260. Zudem bietet auch der Forscher Adam Lankford von der University of Alabama auf seiner Homepage Informationen an: http://adamlankford.com/home.htm
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