Zum Inhalt springen
Inhalt

Mensch Nahrungsmittel: Globalisierung erhöht das Krisenrisiko

Der zunehmend globale Handel mit Lebensmitteln gefährdet die Ernährungssicherheit. Modellrechnungen von Forschern aus den USA und der Schweiz legen nahe: Vor allem Ländern, die vom Import abhängig sind, drohen immer häufiger Versorgungskrisen.

Zwei Frauen stehen mit einem Einkaufswagen vor einem gut gefüllten Regal in einem Supermarkt.
Legende: Käse aus Dänemark, Fleisch aus Argentinien, Orangen aus Spanien: Unsere Nahrung kommt heute aus allen Himmelsrichtungen. Keystone

Forscher der ETH Lausanne und Kollegen in den USA haben für ihre Studie die Lebensmittelversorgung zwischen 1986 und 2011 in mehr als 140 Nationen ausgewertet. Ihre Schlussfolgerung: Die Ernährungssicherheit wird zunehmend störungsanfällig. Der Grund sei das Bevölkerungswachstum und der daraus resultierende Druck auf begrenzte Land- und Wasserressourcen.

«In den letzten Jahrzehnten hat sich der internationale Handel mit Lebensmitteln intensiviert», sagt Mitautor Paolo D'Odorico von der University of Virginia laut einer Mitteilung seiner Hochschule, «das hat die Zahl der Länder erhöht, die von Nahrungsmittelimporten abhängig sind.»

Nahrungsmittel auf Weltreise

Laut der Studie gelangt im Durchschnitt ein Viertel aller Lebensmittel durch den internationalen Handel auf die Tische. Dieses globale Nahrungsmittel-Netzwerk simulierten die Forscher per Computer und verknüpften diese Daten mit dem Bevölkerungswachstum aller Regionen. Dann prüften sie, wie anfällig das System auf Störungen war.

Das Resultat: Mit zunehmender Globalisierung wurden Krisen weniger gut abgepuffert; die Lebensmittelversorgung geriet instabiler, so das Forscherteam im Wissenschaftsmagazin «PNAS, Link öffnet in einem neuen Fenster». Weil die Simulationen auch die jüngsten Nahrungsmittelkrisen in stark handelsabhängigen Ländern zuverlässig abbildeten, gehen die Experten davon aus, dass sie realistische Resultate liefern.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Sandra Herrman, Stuttgart
    Ich finde es gut, dass dieses Thema vom Mainstream aufgegriffen wird auch wenn es von den meisten nicht verstanden wird, da diese weder im Stande sind die Flaschenhälse zu erkennen noch exponentielle Zusammenhänge erkennen & verstehen können sowie die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Dies fängt doch bereits bei der Logistikkette und Abhängigkeit von Strom und IT an. Das einzige schlimme ist, dass die Grundproblematik ewig bekannt ist (vgl. Gustav Ruhland, von dem ich erst 2013 erfahren habe).
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von U. Müller, Bern
    Ja, die Globalisierung hat sicher mehr schlechte als gute Seiten . . .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Markus Baumann, Pratteln
    Geburtenkontrolle darf es nicht geben, denn das wäre eugenisch. Wir haben auch keine weltweite Überbevölkerung, denn es hat genug Nahrungsmittel für alle, es ist bloss eine Frage des freien, ungehinderten Handels. Wir können in der Schweiz locker 12-15 Mio Menschen verkraften. Alles eine Frage der Planung und des Geldes. Wachsenden Verkehrsströmen begegnet man mit Kapazitätserweiterung. Alles eine Frage der Planung und des Geldes. Geld haben wir ja genug. Hochmut kommt vor dem Fall.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen