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Der Computerspiel-Klassiker der 80er- und 90er-Jahre: Tetris auf dem Gameboy.
Legende: Der Computerspiel-Klassiker der 1990er-Jahre: Tetris auf dem Gameboy. Imago/Thomas Eisenhuth
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Tetris-Effekt: Wenn unser Denken dominiert wird

Das Computerspiel Tetris war vor allem in den 90er-Jahren populär. Es hat aber bis heute einen Nachhall in der Psychologie – da spricht man noch immer vom Tetris-Effekt. Das Syndrom kann uns alle betreffen.

Anfang der 90-Jahre spielten alle Tetris. Vor allem der damals neu erschienene Gameboy verhalf dem Computerspiel zu Weltruhm. Das Spielprinzip ist simpel: Sieben verschieden geformte Bausteine fallen von oben nach unten und müssen durch schnelle, geübte und richtige Drehung am Boden gestapelt werden. Dabei soll möglichst keine Lücke entstehen und alle Puzzleteile richtig passend ineinander gefügt werden.

Im Geiste Lücken füllen

Für viele Menschen war dieses bewegte Spiel mit der Lückenlosigkeit eine willkommene Fingerübung. Aber Tetris hatte auch grosses Suchtpotenzial. Wer zu oft an seinem Gameboy rumfingerte, lief Gefahr nachts von herunterfallenden Formen zu träumen oder tagsüber im Geiste allerlei Lücken zu füllen.

Zum Beispiel zwischen zwei Hochhäusern die lange Tetris-Form zu platzieren. Oder Kofferräume zu füllen, sodass kein Zwischenraum mehr zwischen Schirm, Tasche, Koffer und Zelt war. Genau dieses Phänomen beschreibt der sogenannte Tetris-Effekt.

Wenn eine einzige Aktivität das Denken prägt

Der Effekt tritt auf, wenn Personen zu viel Zeit in eine einzige Aktivität stecken, so dass diese Aktivität anfängt, das ganze Denken, die Vorstellung, die Wahrnehmung und sogar die Träume zu formen.

Der Begriff Tetris-Effekt ist zum ersten Mal vom Mediziner Jeffrey Goldsmith erwähnt worden. Er schrieb im Mai 1994 einen vielbeachteten Artikel in der Computerzeitschrift «Wired». Inzwischen ist Tetris passé. Aber der Begriff für die Veränderung im Gehirn ist geblieben.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Dass Kinder mittels digitalen Medien "beschäftigt" und ruhig gestellt werden, ist wirklich schädigend und egoistisch von den Erziehungsberechtigten! Erwachsene entscheiden selber darüber, was für sie sinnvoll ist. Vor allem die Dosierung der Zeitdauer solcher "Spiele", macht die Qualität aus. Viele Menschen "schotten" sich mit solchen Spielen sozial von den andern ab.
  • Kommentar von Michael Walder  (mikewalder)
    Tetris ist in der zeitlichen Dimension längst in den Alltag übergegangen. Zeit wird lückenlos ausgefüllt. Es darf keine Langweile entstehen, im Zug muss man am Laptop Arbeiten, im Tram die E-Mails auf dem Handy checken, auf der Toilette die News lesen. Dabei wäre gerade ein Zeitloch einmal die Gelegenheit etwas Neues zu entdecken, mit einem Fremden ins Gespräch zu kommen oder ganz einfach einmal etwas seinen Gedanken nachzuhängen. Für Löcher scheint es heute keinen Platz mehr zu haben.
  • Kommentar von Peter Zurbuchen  (drpesche)
    VIER verschiedene Formen? Das muss irgend eine Kleinkind-Variante von Tetris sein...
    1. Antwort von SRF Kultur (SRF)
      Stimmt, fünf Formen und sieben verschiedene Bausteine. Wird korrigiert.