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Legende: Das Cholophyll ist weg, zurück bleiben in den Blättern andere Farbstoffe – etwa sattes Rot. Keystone
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Buntes Herbstlaub Warum verfärben sich im Herbst die Blätter?

Im Herbst treiben es die Bäume bunt: Blätter werden rot, golden oder bräunlich – ein Fest der Farben. Weshalb verfärben sich die Blätter eigentlich?

Grüner wird's ja nicht gerade im Herbst. Dafür gelb und rot: Laubbäume färben ihre Blätter bunt, kurz bevor sie sie abwerfen, um dann kahl und grau über den Winter zu kommen. Bis zu 25 Kilogramm Laub wirft eine Rosskastanie im Schnitt zu Boden. Eine Birke sogar noch mehr: 28 Kilogramm.

Kein Überleben mit Blättern

Das Ganze ist kein Vergnügen. Es geht für den Baum ums Überleben. Würde ein Baum die Blätter nicht abwerfen, würde er schlichtweg vertrocknen, denn über die Blätter verliert er täglich Wasser. Wasser, das er im Herbst und im Winter nicht mehr ersetzen kann. Also müssen die Blätter weg.

Bevor er die Blätter abwirft, bringt der Baum alles in Sicherheit, was besonders wertvoll ist. Allen voran Stickstoff, der vor allem in Eiweissen steckt – also in fast allen Bausteinen, die der Baum braucht, um seine Lebensprozesse am Laufen zu halten. Fehlen diese Eiweisse, liegen unter anderem die Lichtfängermoleküle, das grüne Chlorophyll, im Blatt frei.

Und das ist für das Blatt gefährlich. Denn auch freies Chlorophyll kann weiter Lichtenergie einfangen, und damit Sauerstoffmoleküle aktivieren. So schnell wie möglich wird das Chlorophyll deshalb zerlegt, die grüne Farbe verschwindet. Stickstoff, Eisen, Magnesium, Mangan und andere wertvolle Stoffe schickt das Blatt nun ins Bauminnere. In den Wurzeln, den Ästen und im Stamm lagern sie, bis zum nächsten Frühjahr.

Carotinoide, Xanthophylle und Anthozyane

Zurück bleiben in den Blättern andere Farbstoffe, die Carotinoide und Xanthophylle. Die sind gelb, orange, rot, manche auch violett. Und einige Bäume bilden jetzt ausserdem Anthozyane. Diese Pflanzenfarbstoffe schützen die Blätter in ihren letzten Tagen vor Schäden durch UV-Licht. Anthozyane sind leuchtend rot.

Am Ende kappen Bäume die Wasserleitung zwischen Baum und Blatt. Sie bilden zwischen Zweig und Blattstiel ein Trenngewebe, das verkorkt. Rauscht ein Windstoss in den Baum, fallen die Blätter ab und sorgen am Boden für ein paar Tage Laubrascheln und Farbenrausch.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels stand, dass das Chlorophyll in seine Einzelteile zerlegt würde, und im Bauminneren über den Winter gelagert. Korrekt ist, dass Chlorophyll zerlegt wird, aber nur das besonders wertvolle Magnesium wird im Bauminneren für das nächste Frühjahr aufbewahrt.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Andrea D.  (Andrea)
    Weitere - frei zugängliche und etwas neuere Quelle: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ange.201508928/epdf (Kapitel 9)
  • Kommentar von Andrea D.  (Andrea)
    Teil 2: ...aktivieren, was für die Zellen lebensgefährlich ist. Darum muss es unschädlich gemacht werden. Dies geschieht durch die Öffnung der ringförmigen Struktur des Chlorophylls, wodurch die grüne Farbe verloren geht. Es wurde aber nachgewiesen, dass das Chlorophyll bis zum Schluss im Blatt bleibt. Quelle: http://onlinelibrary.wiley.com/wol1/doi/10.1002/ciuz.19950290603/abstract (leider kostenpflichtiger Artikel)
    1. Antwort von Katrin Zöfel (SRF)
      Vielen herzlichen Dank für diesen Hinweis! Da bin ich tatsächlich einer verbreiteten Unschärfe aufgesessen.
    2. Antwort von Andrea D.  (Andrea)
      Vielen Dank für Ihre Korrektur!
  • Kommentar von Andrea D.  (Andrea)
    Ihr Artikel ist leider nicht ganz richtig - auch wenn das häufig allgemein angenommen wird. Schade geben Sie keine Quellen an. Die Chlorophylle werden (bis auf das wertvolle Magnesiumatom) nicht zurückgezogen, dafür sind sie zu wenig wertvoll. Jedoch werden die für den Baum viel wertvolleren Chloroplastenproteine - die das Chlorophyll binden - abgebaut und aus den Blättern zurückgezogen. Das nun freie Chlorophyll ist aber gefährlich für die Zellen: Es kann durch Lichtenergie Sauerstoff tbc.