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Verhaltensunterschiede zwischen Wolf und Hund
Aus Kultur Extras vom 22.12.2017.
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Verhaltensforschung Von Wölfen lernen: «So anders sind sie gar nicht»

Eine Schweizer Verhaltensbiologin arbeitet mit Wölfen und Hunden, die in Rudeln leben. In Verhaltensexperimenten spürt sie seit acht Jahren ihrem Wesen nach und entdeckt dabei viele Gemeinsamkeiten zwischen Tier und Mensch.

In Ernstbrunn, eine Stunde nördlich von Wien, liegt das Wolf Science Center. An diesem Forschungsinstitut leben Wölfe und Hunde in kleinen Rudeln. Wissenschaftler untersuchen hier seit 2008 die Verhaltensweisen, Fragen der sozialen Zusammenarbeit und kognitiven Fähigkeiten von Wölfen und Hunden.

Leben unter Wölfen
Legende: Leben unter Wölfen Marianne Heberlein, Verhaltensforscherin der Uni Zürich am «Wolf Science Center» SRF

Was unterscheidet Wölfen und Hunde?

Im Vergleich zwischen Wölfen, Rudelhunden und Haushunden, die ebenfalls auf dem Gelände leben, werden hier auch Unterschiede zwischen Wildverhalten und domestiziertem Verhalten gewonnen.

Die Forscher sind Biologen, Verhaltensforscher und Tiertrainer. Eine von ihnen ist die Schweizerin Marianne Heberlein. Sie arbeitet seit acht Jahren mit den Tieren. Das wissenschaftliche Training beginnt für Welpen bereits in einem Alter ab 3 Wochen.

Heberlein fasziniert, wie sich die Wildtiere immer wieder auf unterschiedliche Situationen einstellen können. Mit erwachsenen Tieren arbeitet sie in verschiedensten wissenschaftlichen Verhaltenstests, welche die Unterschiede von Wölfen und Hunden erfassen.

Ein mysteriöser Blick
Legende: Ein mysteriöser Blick Was denkt wohl die 9-jährige Wölfin «Shima»? SRF

Strategien der Wölfe

Im Rahmen ihrer Doktorarbeit hat sie ein Verhaltensexperiment dokumentiert, das interessante Wesenszüge von Hunden und Wölfen offenbart: Sie hat getestet, wie die Tiere sich verhalten, wenn man ihnen Futter gibt oder entzieht. Welche Strategien legen sie für sich fest, wenn sie bereits merken, dass sie jetzt dann gleich Futter bekommen oder eben auch nicht?

Auch Wölfe machen sich Gedanken über ihr Verhalten

Marianne Heberlein hat viel über Wölfe und Hunde gelernt: «Was mir die wissenschaftliche Arbeit gezeigt hat: Wir sind nicht die einzigen, die sich viele Gedanken um unser Umfeld machen und auch darüber, wie man sich in Situationen verhalten soll. Ich habe gelernt, dass auch Tiere Strategien entwickeln können, die uns Menschen nicht unähnlich sind.»

Mensch, Wolf und Hund sind sich ähnlich

Dabei zeigt sich, dass Mensch und Wolf/Hund sich in vielen Dingen wirklich ähnlich sind. «Gerade Wölfe zeigen viele Parallelen zum Menschen», sagt Heberlein. «Auch sie haben nicht nur nette Seiten an sich, gehen untereinander manchmal ruppig miteinander um. Aber sie zeigen ebenso viel Familiensinn, kooperieren stark in der Gruppe und beschützen ihre Einheit.»

Für die Zürcher Forscherin ist das Wolf Science Center der ideale Ort, um mit den faszinierenden Tieren zu arbeiten – und dieses Engagement ist deutlich spürbar.

Sendung: SRF 1, Einstein, 28.12.2018, 20.05 Uhr

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Fakt ist: der Mensch zerstört Natur, Tierwelt und damit sich selber! Kein anderes Lebewesen auf dieser Welt macht das!! Will Mensch weiter leben, sollte Mensch dringendst diesen Wahnsinn an egoistischer, skrupelloser Habgier stoppen und sich an inteligenten, umsichtigen Tieren wie der Wolf orientieren!
  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Wenn ein Wolf ein Schaf tötet um es zu fressen, finden wir das abscheulich. Dabei hat man vergessen, dass das Umbringen von Nahrungsbringer (Z.B. Tiere aber auch Pflanzen) für uns schon längst übernommen wurde. Darum sehen wir uns selbst nicht mehr als "Mörder", obwohl wir das strenggenommen trotzdem noch sind. Es ist leider so ohne dass ein Tier oder eine Pflanze leidet kann ein Mensch nicht leben.
  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    "Naturgegebene" Triebe lebt der Mensch tagtäglich aus, er nimmt es teilweise nur nicht mehr war. Z.B. Wenn ein Kollegin dumm angemacht wird und man ihr hilft zeigt man "Zugehörigkeitsverhalten" zu einer Gruppe. Wenn ein Kollege was zum Mittag isst, dass besser währe, zeigt man "Futterneid". Wenn man selbst angemacht wird, zeigt man "Abwehrverhalten".