Australien geht gegen Koalas vor

Sie sehen aus wie knuddelige Teddybären, doch nicht jeder in Australien ist auf Koalas gut zu sprechen. In manchen Regionen des Kontinents sind sie zur Plage geworden. Nun greifen die Behörden ein.

Ein Koala in einem Baum wird mit einem Netz einfangen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nur fitte Koalas sollen überleben: Mit Netzen fangen und untersuchen – doch anders als in Queensland, von wo das Foto stammt, leben im Südwesten zu viele. Imago

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Viele hier, wenige dort:

Viele hier, wenige dort:

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Seit 2001 steht der Koala auf der australischen Liste regionaler Schädlinge. Die Tiere wurden in den 1980er-Jahren im Südwesten des Landes angesiedelt. Buschbrände und Feinde gab es nicht; die Population explodierte. Anders an der Ostküste: Dort brechen die Koala-Zahlen ein, etwa in Queensland und New South Wales.

Australische Behörden gehen in der Nähe von Melbourne gegen eine Koala-Plage vor. Schwache oder kranke Tiere werden getötet, um die gesunden Beuteltiere vor dem Verhungern zu retten.

Am ersten Tag der zweiwöchigen Massnahme untersuchten Parkranger 48 Koalas; sechs davon seien eingeschläfert worden, teilte der zuständige Einsatzleiter Jim O'Brien mit.

Inzwischen leben nach Angaben der Behörden in der Region etwa 20 der Beutelbären pro Hektar. Normal sei ein Tier pro Hektar. Die Koalas haben die Blätter der von ihnen bevorzugten Eukalyptus-Bäume in der Region abgegrast; viele Tiere drohen zu verhungern.

Bei dem aktuellen Einsatz werden kranke Tiere zum Teil eingeschläfert; Weibchen bekommen Verhütungsmittel. Etwa 40 Expemplare sollen umgesiedelt werden.

In der Region Cape Otway waren in den vergangenen zwei Jahren bereits etwa 700 Koalas getötet worden. Derzeit leben laut O'Brien noch ungefähr 1000 Tiere dort.