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Natur & Umwelt Jede dritte Vogelart in Europa ist bedroht

Rebhuhn, Feldlerche, Uferschnepfe: Laut dem neuen Umweltbericht der EU sind viele Arten in Gefahr auszusterben. Die Lebensräume schwinden wegen intensiver Landwirtschaft und anderer Gründe. Naturschützer verlangen von Brüssel schnelleres Handeln – nicht nur bei den Vögeln.

Eine Feldlerche steht auf einem Holzpfosten.
Legende: Die Feldlerche ist weit verbreitet. Doch in Deutschland sank der Bestand zwischen 1980 und 2005 um etwa 30 Prozent. Imago

In Europa ist fast jede dritte Vogelart vom Aussterben bedroht oder steht auf der Warnliste, darunter auch die Uferschnepfe und die früher weit verbreitete Feldlerche. Das zeigt der neue Umweltbericht der EU-Kommission und der Europäischen Umweltagentur (EEA).

Viele Arten leiden darunter, dass ihre Lebensräume schwinden. Die grössten Bedrohungen sehen die Experten in der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung mit Dünger und Pestiziden, durch intensiven Fischfang und das Trockenlegen von Feuchtgebieten.

Zwei Uferschnepfen am Wasser auf einer Wiese.
Legende: Die Uferschnepfe braucht feuchte Wiesen, um zu überleben – doch solche Habitate werden rar. Imago

Schlechte Bilanz, düsterer Ausblick

Laut dem EU-Bericht sind 77 Prozent der geschützten Lebensräume für Tiere und Pflanzen in Europa in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand. EEA-Direktor Hans Bruyninckx sagte: «Leider wird die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten in Europa insgesamt noch immer ausgehöhlt.» Besonders schlecht schneidet die Ostsee-Region ab. Dort seien 60 Prozent der geschützten Arten in einem sehr schlechten Zustand.

Der Bericht basiert auf Daten der EU-Staaten aus den Jahren 2007 bis 2012. Ein Teil der Auswertung ergab, dass fast ein Drittel der Lebensräume und rund jede fünfte der untersuchten Arten 2012 in einem schlechteren Zustand war als im Vergleichszeitraum zuvor. Laut Fachleuten dürfte sich dieser Trend wohl fortsetzen.

Schnelles Handeln der EU gefordert

Naturschützer mahnen die EU-Kommission zu einem schnelleren Handeln. In einer Kampagne fordern nach Angaben der Umweltschutz-Initiative Friends of the Earth inzwischen mehr als 100'000 Europäer von der Kommission, die Umwelt- und Artenschutzvorgaben nicht zu schwächen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland verlangte von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ein Sofortprogramm für Europa, das bis 2020 konkrete Artenschutzerfolge schaffen müsse.

Dass europäische Schutzmassnahmen greifen können, zeigen bei den Vögeln die wenigen Erfolge: Die Zahl der Bartgeier und Weisskopfruderenten stieg in den vergangenen Jahren erheblich.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Palomino, Köln
    Europa ist naturfeindlich wie eh und je. Viele Tiere leben in Büschen, Hecken und Ritzen. Dies zu fördern erfordert eine Intelligenz, die Europa scheinbar nicht hat. Stattdessen pflegt man weiterhin Rasen und km-weite Felder ohne Hecken oder Steinmauern. So tumm aber au. Intelligenz kommt eben nicht von der Champions-Leage mit Bierglas...
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  • Kommentar von p.keller, kirchberg
    Früher gab es Schwalben in fast jedem Dorf.
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  • Kommentar von Peter Dürr, Schwarzenbach
    Im Alpenland Schweiz besteht zudem eine spezielle Gefährdung von Gebirgsarten wie etwa dem Alpenschneehuhn. 39% der in der Schweiz brütenden Vögel stehen auf der Roten Liste.Nachhaltige Verbesserungen erfordern Massnahmen zur Erhaltung der Biodiversität in allen betroffenen Tätigkeitsbereichen, insbesondere in den Landwirtschafts- und Feuchtgebieten. Artenförderung umfasst zum einen die Erhaltung grossräumiger Ökosysteme, zum anderen gezielte Massnahmen für gefährdete Vogelpopulationen.
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