«Meere brauchen dringend Erholung, um nicht zu kollabieren»

Die biologische Vielfalt in den Weltmeeren hat in den letzten vier Jahrzehnten dramatisch abgenommen. Hauptursache ist laut dem WWF die Überfischung und Naturzerstörung durch den Menschen. Die Umweltschützer fordern Meeresschutzgebiete, nachhaltige Fischerei und mehr Klimaschutz.

Zwei Männer stehen an einem Fischernetz voller Thunfische. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gefangene Thunfische auf den Seychellen: Je stärker eine Population ausgedünnt wird, desto länger dauert es, bis sich die Bestände wieder erholen. Reuters

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Weniger Überfischung im Norden

Vergangenes Jahr waren im Mittelmeer ganze 93 Prozent, im Schwarzen Meer 86 Prozent der untersuchten Bestände überfischt. Verbessert hat sich die Situation in den Gewässern Nordeuropas. Im Nordost-Atlantik und in der Nord- und Ostsee waren «nur» rund 50 Prozent der untersuchten Fischbestände überfischt. 2009 waren es noch 86 Prozent gewesen.

Weniger Thunfische, Makrelen und Schildkröten: Die Populationsgrössen vieler Meeressäuger, Seevögel und Fische haben sich laut dem WWF-Bericht «Living Blue Planet Report» in den letzten 40 Jahren halbiert. Die untersuchten Populationen von Thunfischen und Makrelen seien sogar um 74 Prozent eingebrochen. Bei Haien und Rochen sei jede vierte Art vom Aussterben bedroht.

Hauptursache ist laut der Analyse die Überfischung. Hinzu kommt die Zerstörung von Lebensräumen: Seegraswiesen und Mangrovenwäldern, die viele Arten an Küsten beherrbergen. Im Meer gelten derzeit drei Viertel der Korallenriffe, die vielen Arten eine Heimat geben, als bedroht.

«Unsere Meere brauchen dringend Erholung, um nicht vor unseren Augen zu kollabieren», sagt Karoline Schacht vom WWF. Der Verband fordert neben Massnahmen zum Klimaschutz auch Meeresschutzgebiet und eine nachhaltige Fischerei.