Fremde Arten bevölkern den Bodensee

Immer mehr fremde Tierarten finden den Weg in den Bodensee – vom Krebs über Muscheln bis hin zu Quallen und Garnelen. Da sie kaum Fressfeinde haben, breiten sie sich oft explosionsartig aus. Doch was können sie im Bodensee anrichten?

Würde man einen Quadratmeter Seeboden aus dem Bodensee holen und alle Tiere darauf sortieren und wiegen, brächten die Neozone, also gebietsfremde Tierarten, mit zwei Dritteln am meisten auf die Waage.

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Kampf gegen neue Arten

Die Internationale Wassersportgemeinschaft Bodensee hat ein Umweltzeichen für  Wassersportanlagen und Häfen entwickelt, die zwischen Auswasserung der Boote am fremden Revier und Einwasserung im Bodensee mindestens 7 Tage Abstand vorschreiben. 17 Anlagen in  Deutschland, Schweiz und Österreich erhielten das Zeichen "Blauer Anker" bisher.

Im Einzugsgebiet des Bodensees gibt es inzwischen 800 Arten. Eingeschleppt werden die meisten Neozoen im Wasser mit Hilfe des Menschen. Sie sitzen im Kühlwasser der Segelboote, hängen am Taucheranzug oder kleben am Schiffsbauch fest. Die ausgebauten Schiffswege funktionieren zudem wie eine Art Autobahn zwischen ursprünglich getrennten Wassersystemen. Da die meisten eingewanderten Arten zunächst keine Feinde haben, vermehren sich viele explosionsartig. Oft machen sie angestammten Tieren Platz und Nahrung streitig.

Im Bodensee lief die Tier-Zuwanderung bislang glimpflich ab, auch für den Menschen sind die Neozoen nicht gefährlich geworden. Fast 300 der neuen Arten häben sich in der neuen Heimat schon so gut  eingelebt, dass sie als etabliert gelten. Manche Arten sind auch eine wichtige Nahrungsquelle für heimische Tiere geworden.